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Für die forstwissenschaftliche Tagung eingereichte Sessions:

1 Digitalisierung und Klimaanpassung ▶
Full title: Digitalisierung für Waldbeobachtung und Waldbewirtschaftung in Zeiten des Klimawandels (Möglichkeiten der Digitalisierung )

Chairs: Prof. Dr. Dirk Jaeger/Koch Barbara, Hanewinkel Marc/Prof. Dr. Thomas Purfürst, Thomas Seifert

Contact: barbara.koch@felis.uni-freiburg.de

Einsatz von digitalen Verfahren und Werkzeugen zur Erfassung klimabedingter Waldveränderungen und zur Unterstützung einer klimaangepassten Bewirtschaftung
2 Digitale Forsttechnik in Klimawandelzeiten ▶
Full title: Digitalisierung für Waldbeobachtung und Waldbewirtschaftung in Zeiten des Klimawandels (Prozessketten und Erntetechniken )

Chairs: Prof. Dr. Dirk Jaeger/Koch Barbara, Hanewinkel Marc/Prof. Dr. Thomas Purfürst, Dr. Udo Hans Sauter

Contact: dirk.jaeger@uni-goettingen.de

Der Megatrend Digitalisierung führt aktuell und in Zukunft zu großen Umwälzungen innerhalb unserer Gesellschaft und Wirtschaft. Hiervon bleibt auch die Forstwirtschaft nicht ausgenommen. Die sogenannten Industrie 4.0 Techniken bieten großes Optimierungspotenzial innerhalb der forstlichen Verfahrenskette und können insbesondere auch zu einer Anpassung vorhandener sowie die Entwicklung neuer Verfahren zur Begegnung der Herausforderungen des Klimawandels beitragen. Im Rahmen dieser Session sollen bereits umgesetzte sowie aktuell geplante und/oder in Erprobung befindliche Ansätze zur Optimierung forstlicher Verfahrensketten, bei denen Industrie 4.0 Techniken den Enabler darstellen, vorgestellt werden. Die Vorträge sollen dabei die folgenden Themenfelder abdecken: - Logistische Herausforderungen bei verstreutem Hiebsanfall - Befahrbarkeitsanalysen und digitale Befahrungsrisikokarten im Rahmen sich verändernder Befahrungsbedingungen durch den Klimawandel - Drohneneinsatz/Fernerkundung zur frühzeitigen Detektion von Insektenkalamitäten/Waldschäden - Herausforderungen der Holzernte in klimageschädigten Waldbeständen und neuen Waldstrukturen - Hotspots der Verkehrssicherung (Buchenkalamität)
3 Agroforstwirtschaft – Landnutzungssystem der Zukunft? ▶
Full title: Agroforstwirtschaft – Landnutzungssystem der Zukunft?

Chairs: Christopher Morhart, Carola Paul, Koch Barbara, Thomas Seiffert, Peter Annighöfer, Thomas Knoke

Contact: christopher.morhart@iww.uni-freiburg.de

"Dem Konzept der Agroforstwirtschaft, bei dem Bäume und Sträucher mit landwirtschaftlicher Nutzung kombiniert werden, wird großes Potenzial für eine zukunftsfähige und nachhaltige Landnutzung zugesprochen. Neben einer ökologischen Aufwertung wird die Reduktion von Risiken sowie die Produktdiversifikation als Hauptargument genannt. Doch wieso sind diese Systeme bisher noch so wenig verbreitet? Was sind die Hemmnisse der Implementierung? Wie ist der Stand der Forschung zu Chancen und Risiken der Systeme für die Bewirtschafter? Welche ökologischen und ökonomischen Wechselwirkungen bestehen mit anderen Landnutzungen? In dieser Session sollen Forschungsergebnisse aus verschiedenen Blickwinkeln und räumlichen Skalenebenen zusammengeführt werden. Ein Schwerpunkte soll dabei auf Ansätzen liegen, die in integrativer Weise, ökologische und ökonomische Aspekte beleuchten. Im zweiten Schwerpunkt soll speziell die Interaktion zwischen Bäumen und Feldfrüchten beleuchtet werden. Empirische Umsetzungsbeispiele und Feldstudien, ebenso wie modellbasierte Ansätze von der Feld- bis hin zur Landschaftsebene sind willkommen. "
4 Holzsortierung und -vermessung ▶
Full title: Holzsortierung und -vermessung - Status Quo und Herausforderungen der Zukunft

Chairs: M. Sc. Felipe de Miguel Diez

Contact: Felipe.Diez@hnee.de

Die ständigen technischen Fortschritte und die wirtschaftliche Bedeutung der Holzsortierung und -vermessung sowohl für den Forstbereich als auch für die Holzindustrie machen aus diesem Thema einen aktuellen Dreh- und Angelpunkt in der Wald-Werk-Holzbereitstellungskette. Infolge des erhöhten Drucks, welcher aus dem zunehmend globalisierten Holzmarkt entsteht, müssen Unternehmen der Holzindustrie ihre Ressourcen so effizient als möglich einsetzen und alle Produktionsprozesse optimieren, um so ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit zu behalten. Die Rohholzbeschaffungskosten machen einen bedeutsamen Anteil der Gesamtkosten eines Produkts aus. Daher ist die korrekte Holzsortierung und -vermessung ein wichtiger Hebel zur Optimierung des Einsatzes der finanziellen Ressourcen. Deshalb wurden und werden zahlreiche Forschungsprojekte von vielen akademischen Einrichtungen in Deutschland durchgeführt, welche die wichtigsten Aspekte der Holzsortierung und -vermessung näher beleuchten. Folgende Themen sollen in der Session behandelt und diskutiert werden: - Relevanz der Holzsortierung und -vermessung für die Wald-Werk-Holzbereitstellungskette und ihre historische Perspektive in Deutschland und weltweit. - Stand der Dinge, Chancen und Hindernisse bei der Implementierung der Rahmenvereinbarung für den Rohholzhandel in Deutschland. - Aktuelle Verfahren zur Volumenermittlung von Holz und Holzpoltern (Fotooptik, Werksvermessung, Laservermessung, …). - Künftige Bedeutung der und künftige Verfahren zur Qualitätsbestimmung und Volumenermittlung von Holz. - Wirtschaftliche Potenziale alternative Volumenermittlungsverfahren. - Ansätze und Möglichkeiten zur Einbindung innovativer Verfahren zur Holzsortierung und -vermessung in die Holzlogistikkette. - Untersuchungen zur Genauigkeit und Akzeptanz von Umrechnungs- und Rindenabzugsfaktoren zur Volumenermittlung von Holz.
5 …entsteigst du gesundet dem Waldbade ▶
Full title: Wald und Gesundheit

Chairs: Prof. Dr. Michael Suda, Dr. Anika Gaggermeier

Contact: suda@wzw.tum.de

Geschichten über die Heilkraft des Waldes verbreiten sich seit einigen Jahren rasant in Deutschland. Es tauchen immer mehr Artikel, Anleitungen und Angebote in den Medien zu „Waldbaden“ oder „Shinrin Yoku“ auf. Von Nord bis Süd werden Kurse, Seminare und Fortbildungen zu Themen dieser Art angeboten. Hotels und Kurorte haben den „Dr. Wald“ für sich entdeckt. Auf Usedom 2017 der erste Kur- und Heilwald eröffnet. Es sollen in Mecklenburg-Vorpommern, Bayern, aber auch in anderen Bundesländern weitere folgen. Und auch in der medizinischen Forschung rücken die Wirkmechanismen des Waldes auf die menschliche Gesundheit in den Fokus. Die Session „Wald und Gesundheit“ nimmt sich diesem Trend an. Ziel ist es, das Thema aus unterschiedlichen Forschungsperspektiven zu beleuchten. Welche Relevanz hat das Thema „Wald und Gesundheit“ derzeit für die Forstwirtschaft und -wissenschaft? Was für Wälder sind überhaupt geeignet, die positiven Effekte des Waldes auf die menschliche Gesundheit zu entfalten? Und welche Chancen und Risiken verbinden die unterschiedlichen Akteure mit diesem Trend? Die 15 minütigen Vorträge sollen als Impuls dienen, um in einer anschließenden gemeinsamen Diskussion das Forschungsfeld zu betrachten.
6 Waldsterben 2.0 (Kommunikation) ▶
Full title: Katastrophenkommunikation oder kommunikative Katastrophe

Chairs: Prof. Dr. Michael Suda, Dr. Anika Gaggermeier

Contact: suda@wzw.tum.de

Der gesellschaftliche Trend, den Wald als Ort der Ruhe und Erholung zu erleben erfährt im letzten Jahrzehnt zunehmend an Bedeutung. Hier trifft ein „idealer“ Ort auf ein gesellschaftliches Bedürfnis. Aufgrund regionaler Absterbeprozesse (überwiegend in naturfernen Nadelholzbeständen) und dem Zusammenbruch der Holzmärkte ist der Begriff Waldsterben 2.0 in öffentliche Kommunikation getragen worden. Beide Trends stellen eine auf Holzproduktion ausgerichtete Forstwirtschaft in Frage. Der Ruf der Forstwirtschaft nach Kommunikationskonzepten, Botschaftern und Erzählungen ist unüberhörbar, zumal wenige Kommunikatoren den öffentlichen Diskurs zu beherrschen scheinen. Ziel dieser Session ist, den gesellschaftlichen und medialen Diskurs zum Themenfeld: Klima – Wald – Sterben in den Mittelpunkt einer wissenschaftlichen Betrachtung zu stellen. Wie kommunizieren involvierte Akteure über dieses Themenfeld, was wird medial aufgegriffen und welche politischen Reaktionen erfolgen im Rahmen dieses Diskurses. Welche Rolle spielen sozialwissenschaftliche Erkenntnisse aus der ersten Waldsterbensdebatte der 80er Jahre für die gegenwärtige Auseinandersetzung mit dem Thema. In dieser Session steht die wissenschaftliche Diskussion im Fokus, die von Impulsvorträgen getragen wird.
7 Stoffbilanzen als Nachhaltigkeitsindikatoren ▶
Full title: Stoffbilanzen als Indikatoren zur nachhaltigen Nutzung von Wäldern

Chairs: Henning Meesenburg, Heike Puhlmann, Stephan Raspe

Contact: henning.meesenburg@nw-fva.de

Die Prozesse des Stoffhaushalts bestimmen maßgeblich die Vitalität und Produktivität von Waldökosystemen. Das Verständnis dieser Prozesse und ihrer Wirkungen auf den Wald ist daher fundamental für die Identifikation und Bewertung von Umweltrisiken und Nutzungsstrategien. Der Nachhaltigkeitsbegriff ist als zentrales Paradigma der Forstwirtschaft seit langem eingeführt. Stoffbilanzen haben dabei als Indikatoren für eine nachhaltige Nährstoffnutzung eine große Bedeutung. Dennoch werden sie in der forstlichen Praxis vergleichsweise wenig als Maßstab für Entscheidungen beachtet. Langfristig ausgeglichene Stoffbilanzen sind jedoch für eine gleichbleibende Nährstoffverfügbarkeit essentiell. Um diese zu gewährleisten, sind sowohl umweltpolitische Maßnahmen wie angepasste Nutzungsstrategien erforderlich. Für die Session wünschen wir uns Beiträge zur Methodik der Stoffbilanzierung, zu Möglichkeiten der Modellierung von Stoffflüssen sowie zur Ableitung von Managementoptionen zur stofflich nachhaltigen Nutzung von Wäldern. Auch Beiträge zum Effekt von kurzfristigen Extremereignissen wie Stürme oder Dürren auf mittel- oder langfristige Stoffbilanzen und dem Vergleich von Stoffbilanzierungen mit alternativen Indikatoren der Nährstoffnachhaltigkeit sind willkommen.
8 More than 50 grades of shade ▶
Full title: More than 50 grades of shade- Licht und Schatten im Wald

Chairs: Dominik Seidel, Friderike Beyer

Contact: dseidel@gwdg.de

Die Bedeutung von Licht für die Ausbildung räumlicher Strukturen, verschiedenste ökophysiologische Prozesse und die Artenzusammensetzung im Wald ist unumstritten. Ziel dieser Session ist es, ein Forum für Vorträge und Diskussionen rund um das Thema Licht im Wald zu schaffen. Hierbei sind Beiträge aus der Forschung gewünscht, die Effekte von Licht auf die Verjüngung, die Bestandesstruktur, das Mikroklima, das Pflanzenwachstum sowie das Arteninventar betrachten. Auch Beiträge zu anderen an das Licht gebundene Effekte sind erwünscht. Sowohl experimentelle als auch quasi-experimentelle Ansätze (einschließlich solcher aus Labor oder Gewächshaus) sind gleichermaßen willkommen. Besonders eingeladen sind auch methodische Arbeiten rund um die angesprochenen Themenfelder und die direkte oder indirekte Quantifizierung von Lichtverfügbarkeit (z.B. aus Hemisphärischer Fotografie, Laserscanning, PAR-Messungen) im Wald oder im Gewächshaus.
9 Wasserhaushalt und Trockenstressrisiko im Klimawandel ▶
Full title: Wasserhaushalt und Trockenstressrisiko der Wälder im Klimawandel

Chairs: Dr. Stephan Raspe, Dr. Wendelin Weis, Dr. Henning Meesenburg, Dr. Heike Puhlmann

Contact: Stephan.Raspe@lwf.bayern.de

Zwei „Jahrhundertsommer“ in Folge zeigen es: die Auswirkungen des Klimawandels auf den Wald werden zunehmend spürbar. Kronenschäden, sich ausbreitende Kalamitäten und absterbende Bestände sind die weithin sichtbaren Folgen in den deutschen Wäldern. Die Wasserversorgung der Waldbäume gerät dadurch zunehmend in den Fokus des Interesses von Forstwissenschaft und praxis. Verlässliche Daten zur Entwicklung der Bodenfeuchte in den Wäldern während der Dürreperioden aber auch zur Wiederbefeuchtung in den Wintermonaten werden zunehmend nachgefragt. Hierzu stehen zum einen Messungen der Bodenfeuchte und des Bodenwassergehalts, aber auch Wasserhaushaltsmodellierungen zur Verfügung. In der Session sollen daher Ergebnisse des hydrologischen Monitorings sowie von Modellierungsansätzen präsentiert werden. Zusammen mit Vitalitätsuntersuchungen sollen Ursache-Wirkungs-Beziehungen und neue Stressindikatoren dargestellt werden. Darüber hinaus sollen Ansätze für die Forstpraxis zur Einschätzung des Trockenstressrisikos an Hand von Standortinformation präsentiert werden.
10 Wald und Extreme ▶
Full title: Wie Extreme den Wald prägen

Chairs: Wolfgang Falk, Tobias Mette

Contact: wolfgang.falk@lwf.bayern.de

Die Trockenheit 2018 und 2019 in weiten Teilen Deutschlands hat deutlich gemacht, dass der Klimawandel unsere Waldökosysteme nicht über einen allmählichen Temperaturanstieg, sondern vielmehr über die damit verbundenen Extreme prägt. Dies wirft Fragen auf: (1) Inwieweit bestimmen Extreme unsere Waldökosysteme? (2) Wie können wir die Auswirkungen von Extremen (er)fassen? (3) Welche Praxis-Empfehlungen ergeben für ein Bewirtschaften des Waldes mit Extremen? Ziel der Session ist es, das Thema aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu beleuchten. Der Fokus liegt auf den Auswirkungen von klimatischen Extremen (wie Dürren, Spätfrost, Starkniederschlägen, Überflutung, Sturm oder Feuer), die - wie in den letzten Jahren zu beobachten -zum vermehrten Absterben von Waldbäumen und damit abrupten Veränderungen in den Wäldern führen. Dabei wirken langjährige prädisponierende (z.B. Standort, Bestand), kurzfristige auslösende (Extreme) und beitragende Faktoren (sekundäre Schädlinge) zusammen (Manion 1981). Die Session bietet ein Forum für Beiträge zu Waldschutz, Ökophysiologie, Produktivität, Wertschöpfung sowie der gesellschaftlichen Wahrnehmung der Auswirkungen von Extremereignissen auf Wälder. Die o.g. drei Fragen dienen als Leitfaden für die Session. Wir bitten Beitragende, diese Fragen im Rahmen ihres Themas zu berücksichtigen. Manion, P.D., 1981. Tree disease concepts. Prentice-Hall, Inc.
11 #ForestScienceForFuture - wessen Wissen zählt? ▶
Full title: #ForestScienceForFuture - wessen Wissen zählt? Ein reflexives Symposium über die Forstwissenschaften als Wissenschaftsfeld

Chairs: Susanne Koch

Contact: susanne.koch@tum.de

Mit dem Aufkommen aktueller Nachhaltigkeits- und Klimadiskurse ist die fundamentale Bedeutung von Wäldern in den Mittelpunkt politischer und gesellschaftlicher Debatten gerückt. Wissenschaftliches Wissen über den Zustand von Wäldern und insbesondere über die Auswirkungen von Waldnutzung, -management und -governance wird dabei in lokalen, nationalen und globalen Arenen zur (De-) Legitimierung politischer Positionen herangezogen. Die interessenbedingte Nachfrage nach forstwissenschaftlicher Evidenz geht einher mit steigender Mittelbereitstellung, welche wiederum die Forschungspraxis prägt. So sind über politische Programme wie REDD+ Wälder im globalen Süden Gegenstand zahlreicher internationaler Forschungskollaborationen geworden, die geographische und disziplinäre Grenzen überschreiten. Die Forstwissenschaften stellen damit ein Wissenschaftsfeld dar, das die in der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung an die Wissenschaft formulierten Ansprüche auf den ersten Blick zu erfüllen vermag: nämlich integratives Wissen zu liefern, welches unterschiedliche Perspektiven zusammenführt und damit Grundlage für ein holistisches Verständnis komplexer sozio-ökologischer Veränderungsprozesse bildet. Doch wie unterschiedlich sind die in den Forstwissenschaften kommunizierten Perspektiven tatsächlich? Wie pluralistisch sind theoretische und empirische Ansätze in den verschiedenen Sub-Bereichen der Forstwissenschaften - oder wie homogen? Wie divers ist die Forschung, die auf nationalen und internationalen Konferenzen präsentiert und in Fachzeitschriften publiziert wird? Wessen Wissen zählt - und warum? Das Symposium lädt die forstliche Wissenschaftscommunity dazu ein, sich selbst in den Mittelpunkt zu stellen und aus einer Meta-Perspektive zu betrachten. Die Session ist offen für theoretische, empirische und reflexive Beiträge, die sich mit den Forstwissenschaften als wissenschaftlichem Feld befassen. Gespeist von Impulsvorträgen bietet das Symposium explizit Raum für Diskussion über strukturelle Bedingungen und Praktiken, die die Wissensproduktion und -kommunikation innerhalb der Forstwissenschaften prägen.
12 Forstliche Fernerkundung zum Schadensmanagement ▶
Full title: Forstliche Fernerkundung als Hilfsmittel zum Management von Schäden am und im Wald

Chairs: Rudolf Seitz, Dr. Christoph Straub

Contact: rudolf.seitz@lwf.bayern.de

Vor dem Hintergrund des Klimawandels sieht sich die Forstwirtschaft zunehmend mit großflächigen Absterbeerscheinungen sowie biotischen und abiotischen Schäden am und im Wald konfrontiert. Mehrere Gremien an deutschen und europäischen Forschungsanstalten sowie Universitäten forschen, in enger Vernetzung mit der Fernerkundungsgruppe der LWF zu diesem vielschichtigen, komplexen Themenfeld unter Einsatz modernster Technologien. Die Session soll eine Plattform zur Darstellung der eingesetzten Methoden und erster Ergebnisse der einschlägigen Projekte bieten.
13 Betriebswirtschaftliche Herausforderungen ▶
Full title: Der Forstbetrieb der Zukunft - Betriebswirtschaftliche Folgen und Perspektiven des globalen Wandels

Chairs: Carola Paul, Bernhard Möhring, Marc Hanewinkel, Thomas Knoke

Contact: carola.paul@uni-goettingen.de

Die betriebswirtschaftlichen Folgen der vergangenen Stürme und Trockenheit haben viele Forstbetriebe hart getroffen. Sie beginnen an der Zukunftsfähigkeit der nachhaltigen ForstWIRTSCHAFT zu zweifeln. Diese Session möchte sich daher mit der gesamtheitlichen, betriebswirtschaftlichen - aber auch darüberhinausgehenden - ökonomischen Analyse des Klimawandels beschäftigen. Der Klimawandel ist jedoch nicht die einzige Herausforderung der Zukunft. Fragen der Globalisierung, Urbanisierung und Digitalisierung erfordern ein Umdenken, aber eröffnen auch neue betriebliche Wege. Diese Session möchte daher Impulse zu den folgenden Fragen liefern: 1. Welche betriebswirtschaftlichen und ökonomischen Folgen hat der Klimawandel für Forstbetriebe? 2. Welche wissenschaftlichen Methoden helfen die betrieblichen Auswirkungen zu quantifizieren und mögliche Anpassungsmaßnahmen abzuleiten? 3. Welche Möglichkeiten zur Abmilderung der gesamtbetrieblichen Auswirkungen bestehen? 4. Neue forstliche „Business Models“?!: Welche Chancen bieten innovative forstliche Produkte und Einkommensquellen, technische Werkzeuge oder Marktmechanismen zur Weiterentwicklung gesamtbetrieblicher „Business Models“? Wie kann betriebswirtschaftliche Forschung die Entwicklung solcher Modelle unterstützen? 5. Welche Bedeutung kommen Zahlungen für Ökosystemleistungen in der Zukunft zu?
14 forstökologische Zeitreihen ▶
Full title: Waldökosysteme in einem sich ändernden physikalischen und chemischen Klima

Chairs: Axel Göttlein, Hans-Peter Dietrich

Contact: goettlein@forst.tu-muenchen.de

Neben dem „klassischen Klimawandel“, d.h. der Veränderung von Temperatur und Niederschlag, hat sich in den letzten Jahrzehnten auch eine drastische Veränderung des chemischen Klimas vollzogen, weg von einem S- und N-dominierten Emissionsregime hin zu nahezu rein N-dominierten Emissionen. Zusätzlich hat sich im Fall der N-Emission der Fokus von einer Dominanz von oxidiertem Stickstoff zu einer Dominanz von reduziertem Stickstoff geändert. Änderungen der Emissionen führen zu Änderungen der Immissionen und damit des Stoffhaushalts von Waldökosystemen. Da N und S essentielle Makronährstoffe sind, werden auch das Wachstum und die Ernährung von Pflanzen beeinflusst. Besonders lange Messreihen (Emissionen, Immissionen, Bodeneigenschaften, Pflanzenernährung, Sickerwasserchemie, ...) können die durch Änderungen des chemischen und physikalischen Klimas bedingten graduellen oder auch schon deutlich spürbaren Veränderungen in unseren Waldökosystemen dokumentieren und sollen daher das Hauptthema der vorgeschlagenen Sitzung sein.
15 Waldstrukturen für Biodiversität ▶
Full title: Bedeutung und Management von Waldstrukturen für den Schutz der Biodiversität

Chairs: Thomas Asbeck, Jürgen Bauhus

Contact: thomas.asbeck@waldbau.uni-freiburg.de

Als Reaktion auf aktuelle Veränderungen von gesellschaftlichen Anforderungen sowie der Umweltbedingungen muss sich die naturnahe Waldbewirtschaftung an diese anpassen und Lösungen für den Erhalt der Biodiversität aufzeigen. Schließlich ist es das erklärte Ziel und gemeinsame Interesse von Praktikern und Wissenschaftlern, Konzepte zu entwickeln, die evidenzbasiert sind und die multifunktionale Nutzung von Wäldern verbessern. Dies sollte es den Waldökosystemen letztendlich ermöglichen, ihre Funktionen für die Biodiversität aufrechtzuerhalten, während sie gleichzeitig wirtschaftlichen Nutzen sowie Raum für Erholungsaktivitäten bieten und Holz liefern. In der Vergangenheit haben sich Waldbewirtschaftungskonzepte aufgrund der jeweiligen gesellschaftlichen und ökologischen Anforderungen konsequent verändert und wurden dementsprechend angepasst. Die Entwicklung von integrativen Naturschutzkonzepten ist ein aktuelles Thema, zumindest für Waldgebiete, die unter naturnaher Forstwirtschaft bewirtschaftet werden. In anderen Teilen der Welt, die unter anderen waldbaulichen Voraussetzungen genutzt werden, wie z.B. in borealen Kahlschlagsystemen, wird die Idee des integrativen Naturschutzes seit fast drei Jahrzehnten unter dem Begriff der Retentionsforstwirtschaft umgesetzt. In letzter Zeit wurden diese integrativen Naturschutzkonzepte auch in der naturnahen Waldbewirtschaftung einführt, was für Praktiker und Wissenschaftler eine neue Herausforderung darstellt. Diese Session befasst sich mit ersten Ergebnissen von Studien die den Zusammenhang zwischen Waldstrukturen, die im Rahmen der Retentionsbewirtschaftung erhalten werden sollen, und der daran gekoppelten Biodiversität herstellen. Mögliche Beispiele solcher Strukturen schließen stehendes und liegendes Totholz, Habitatbäume (auch Biotopbäume) sowie großflächigere Naturschutzelemente wie Waldrefugien oder Totholzinseln mit ein. Ziel der Session soll es sein, Hinweise und Handlungsempfehlungen für integrative Naturschutzkonzepte im bewirtschafteten Wald auf zu zeigen.
16 Seltene heimische Baumarten ▶
Full title: Seltene heimische Baumarten zur Stabilisierung von Wäldern

Chairs: Dr. Jörg Ewald, Dr. Helge Walentowski, Wolfgang Falk

Contact: joerg.ewald@hswt.de

Die Ausfälle bei Fichte, Kiefer, Buche und anderen wirtschaftlich bedeutsamen Baumarten im Zusammenhang mit den in vielen Teilen Deutschlands klimatisch extremen Jahren ab 2015 stellt die Frage nach alternativen Baumarten, die zur Stabilisierung der Wälder verstärkt verwendet werden sollten. Damit rücken auch seltene heimische Baumarten in den Fokus, die oftmals wärmeliebend sind. Doch der Wissenstand zu Vorkommen, Reaktionen auf Klimaextreme, Herkunftswahl, ökologischen Ansprüchen, Waldschutz- und Waldbau-Konzepten ist zumeist geringer als bei den häufigeren Baumarten. Die Session bietet ein Forum für Beiträge zu seltenen heimischen Arten, die u.a. - Untersuchungen zu Verbreitung und ökologische Einnischung - genetische Ausstattung, Herkunftsfragen - ökophysiologische Untersuchungen - Wachstum und Reaktionen auf Trockenheit - Fragen des Waldschutzes behandeln.
17 Naturschutz im Kleinprivatwald ▶
Full title: Naturschutz im Kleinprivatwald - Herausforderungen und Möglichkeiten

Chairs: Dr. Andreas Mölder, M. Sc. Malin Tiebel, Dr. Peter Meyer, Prof. Dr. Tobias Plieninger

Contact: andreas.moelder@nw-fva.de

Nach der aktuellen Bundeswaldinventur ist der Privatwald mit einem Flächenanteil von ca. 48 % die bedeutsamste Waldbesitzart in Deutschland. Überwiegend handelt es sich um Kleinprivatwald mit Betriebsgrößen bis 20 ha. Aufgrund seiner kleinteiligen Struktur, aber auch aufgrund der Vielfalt der Eigentümerinteressen liegt der Holzeinschlag im Kleinprivatwald gemäß der Bundeswaldinventur weit unterhalb des Nachhaltshiebssatzes. Vor diesem Hintergrund wurden in den letzten Jahren deutschlandweit Initiativen und Projekte zur Rohholzmobilisierung im Kleinprivatwald gestartet. Naturschutzthemen wurden dabei eher am Rande behandelt. Was gut für die Rohholzversorgung der Holz- und Energiewirtschaft ist, muss aber nicht notwendigerweise auch gut für andere Waldfunktionen wie den Waldnaturschutz sein. Dies gilt besonders für Wälder, die sich aufgrund unterbliebener Nutzungen bisher weitgehend natürlich entwickeln konnten oder bestimmten Schutzzwecken dienen, wie FFH-Gebiete mit ihren speziellen Anforderungen an Habitatstrukturen und lebensraumtypische Arteninventare. Auch haben sich naturschutzrelevante Waldstrukturen, die an historische Bewirtschaftungsformen wie Niederwald gebunden sind, im Kleinprivatwald mitunter bis in die heutige Zeit erhalten. Vor diesem Hintergrund sollen Konzepte und Möglichkeiten vorgestellt werden, um naturschutzfachlich wertgebende Strukturen und Lebensräume in die Kleinprivatwaldbewirtschaftung zu integrieren. Von besonderem Interesse sind dabei Forschungsarbeiten, die das Vorkommen und den Erhalt von Naturschutzwerten im Kleinprivatwald im Zusammenspiel mit den Werten und Zielen von Waldbesitzerinnen und Waldbesitzern beleuchten. Auch die Formen der forstlichen Betreuung und Optionen der finanziellen Förderung von Naturschutzmaßnahmen im Kleinprivatwald können im Fokus von Beiträgen stehen. So wurden der Forstwirtschaft angesichts der negativen Auswirkungen der Trockenjahre 2018/19 von der Politik umfangreiche Fördermittel zugesagt. Beiträge, die Möglichkeiten einer naturschutzfachlich sinnvollen Verwendung dieser Mittel im Kleinprivatwald aufzeigen, sind in dieser Session ebenfalls sehr willkommen. Dabei erscheint auch hier eine Verknüpfung mit den individuellen Zielen der Waldbesitzerinnen und -besitzer zielführend.
18 WILD.WALD.GENUSS. ▶
Full title: WILD.WALD.GENUSS. - Zusammenspiel zwischen Tiergesundheit und Lebensmittelsicherheit

Chairs: Dr. Anneluise Mader, Dr. Monika Lahrssen-Wiederholt, Dr. Martin Richter, Prof. Dr. Karsten Nöckler

Contact: anneluise.mader@bfr.bund.de

"Die Gesundheit von Wald, Tier sowie Verbraucher stehen in einem direkten Zusammenhang und daher bedarf es multidisziplinärer Zusammenarbeit, um diese zu erforschen, zu erhalten und bei Bedarf zu optimieren. Diese Voraussetzung berücksichtigend, hat das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) im Jahr 2019 das Studienzentrum „Landnutzungsbezogene Bewertungsverfahren, One Health-Konzepte“ etabliert. Der nationale Pro-Kopf-Verbrauch an Wildfleisch steigt kontinuierlich an, wobei ca. 60 Prozent des nachgefragten Wildes aus Deutschland kommen. Es gibt eine Vielzahl an Krankheiten an die Wild erkranken kann und die auch für den Menschen gefährlich werden können, sodass im Rahmen der Erforschung von den sogenannten ""Zoonosen"" sowohl der Gesundheitszustand der Tiere als auch das Risiko des Verbrauchers erhoben werden kann (z.B.: Toxoplasmen, Campylobacter, Yersinien, Hepatitis E Viren). Des Weiteren gibt es eine Vielzahl von unerwünschten Stoffen (z.B.: Blei, PFAS, Pflanzenschutzmittel), welche Tiere mit der Nahrung aufnehmen können und die durch einen sogenannten Transfer in Produkte tierischen Ursprungs in die Lebensmittekette gelangen können. Einige der Risiken können im Rahmen der Jagd sowie Fleischgewinnung durch Einhaltung der Wildbrethygiene-Regeln minimiert werden, sodass diese Schnittstellen Verbraucherschutz-relevant sind. Fächerübergreifend werden in dem Studienzentrum folgende Themenschwerpunkte beforscht: • Heimische Wildtierpopulationen inkl. Biene • Zoonosen • Mikroorganismen und Parasiten • Kontaminanten und Rückstände • Monitoring und Gesundheitsstatus • Hygiene • Verbraucherschutz von landwirtschaftlichen und forstwirtschaftlichen Erzeugnissen • Anwendungstechniken • Standardisierung • Regeln und Verordnungen"
19 Quo vadis Borkenkäfer? ▶
Full title: Quo vadis Borkenkäfer? Aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen in Forschung, Monitoring und Management

Chairs: Dr. Markus Kautz, Dr. Horst Delb, Dr. Andreas Hahn

Contact: markus.kautz@forst.bwl.de

Monitoring und Management von Borkenkäfern wird bereits seit über 100 Jahren praktiziert. An den Grundsätzen hat sich im Laufe der Zeit kaum etwas geändert. Aber Phänomene wie Klimawandel und Globalisierung stellen Forschung und Praxis zunehmend vor neue Herausforderungen – die wachsenden technischen Möglichkeiten eröffnen wiederum vielfältige Möglichkeiten. Automatisierte Fallen, App-gestützte Befallsmeldungen und durch künstliche Intelligenz gesteuerte Risikoabschätzsysteme sind nur ein Vorgeschmack auf die zunehmend digitalisierte Zukunft im Borkenkäfer-Monitoring und -Management. Wohin geht die Reise? In dieser Session sollen innovative, praxisorientierte Ansätze vorgestellt werden, welche den aktuellen und zukünftigen Herausforderungen begegnen. Der Fokus der Beiträge liegt dabei auf rindenbrütenden Borkenkäfern – einer Artengruppe, die für die Hauptschäden in heimischen Wäldern verantwortlich ist. Ein sich erwärmendes Klima, dies hat spätestens das Jahr 2018 eindrücklich gezeigt, verlängert die Aktivitätsperiode, erhöht die Generationenzahl und – auch in Verbindung mit der durch Trockenheit reduzierten Abwehrkraft der Wirtsbäume – den Befallserfolg der Borkenkäfer. Parallel fördern globalisierte Handelsbeziehungen das Auftreten bisher wenig bedeutsamer oder gar neuartiger Borkenkäferarten in Mitteleuropa. Daraus ergeben sich neue Fragen in der Forschung, die für ein optimales Monitoring und Management beantwortet werden müssen. Das Potential für innovative Entwicklungen umfasst viele Bereiche des Borkenkäfer-Monitorings und -Managements: So wurden beispielsweise in den vergangenen Jahren im Bereich fernerkundliche Detektion bereits Ansätze entwickelt, die mittels Flugzeug und Satellit das Schadensmonitoring zeitnah und auf großer Fläche effizient unterstützen sollen. Gleichzeitig gewinnt die Modellierung von z.B. Phänologie, Dispersion und Befallsrisiko als Instrument für das Monitoring und letztlich für ein optimiertes Management zunehmend an Bedeutung. Neue Modelle werden entwickelt, bestehende Modelle erweitert, regional validiert und an neue wissenschaftliche Erkenntnisse angepasst. Die Modellierung bietet nicht nur die Möglichkeit, aktuelle Beobachtungen z.B. der Phänologie der Borkenkäfer oder der Trockenstressdisposition der Wirtsbäume zu unterstützen, sondern auch, diese vom Punkt auf die Fläche zu übertragen. Darüber hinaus können Modelle zukünftig zu erwartende Veränderungen im Klimawandel quantifizieren. Schließlich sind auch neue Ansätze zu einer möglichst effektiven Regulierung der Borkenkäferpopulationen gefragt. Damit könnten nicht zuletzt potenzielle Pflanzenschutzmitteleinsätze als ultima ratio minimiert werden. In diesem Zusammenhang stellen sich wichtige praxisorientierte Forschungsfragen, beispielsweise inwiefern Verfahren wie die mechanisierte Holzaufarbeitung oder der Einsatz von semiochemischen Signal- und Duftstoffen zur Käferabwehr dieses Ziel unterstützen können.
20 Waldböden: Hotspots für Arten- und Prozessvielfalt ▶
Full title: Waldböden: Hotspots für (Bio)Diversität und biogeochemische Prozesse

Chairs: Kristin Steger, Kenton P. Stutz

Contact: kristin.steger@bodenkunde.uni-freiburg.de

Waldböden sind der unterirdische Teil der Waldökosysteme, die ein sensibles Gefüge aus biologisch-chemisch-physikalischen Prozessen umfasst. Als Schnittstelle zahlreicher Stoffkreisläufe dient der Waldboden unter anderem als Umschlagsort für Wasser, Nährstoffe, organische Substanz und Treibhausgase. Die große Vielfalt der Bodenorganismen reicht von Bakterien und Pilzen bis zu Würmern und Insekten, um nur einige zu nennen. Die Erkenntnisse zu Interaktionen im Waldboden und ihre Reaktionen auf sich verändernde Umweltbedingungen, wie z.B. Trockenstress, sind aber begrenzt. Wir bitten um Beiträge, die sich damit befassen, welche Akteure in dem komplexen Zusammenspiel zum Einsatz kommen, wie Mobilisierungs- und Transportprozesse von Nährstoffen wie Kohlenstoff, Stickstoff und Phosphor gesteuert werden und welche zentrale ökologische Bedeutung die Interaktion zwischen Vegetation, Bodenorganismen und Boden als Naturkörper hat. Wir erhoffen uns, dass diese Session einen Einblick in aktuelle Studien zur Waldbodenvielfalt gibt und dabei verschiedenste methodische Ansätze zur Anwendung kommen.
21 Wildtiermanagement und Klimawandel ▶
Full title: Zukunftsorientiertes Wildtiermanagement unter veränderten klimatischen Bedingungen

Chairs: Dr. Wibke Peters, Hendrik Edelhoff, Prof. Dr. Andreas König, Prof. Dr. Volker Zahner

Contact: wibke.peters@lwf.bayern.de

Das sich ändernde Klima stellt das Wildtiermanagement vor neue Herausforderungen. So wird zum Beispiel das Populationswachstum einiger Arten direkt über mildere Wintertemperaturen, aber auch indirekt über ein erhöhtes Nahrungsangebot begünstigt. Im Gegensatz dazu können sich vor dem Hintergrund veränderter Ökosystemprozesse die Lebensbedingungen anderer Arten verschlechtern. Bisher wirksame Managementkonzepte können schon in naher Zukunft nicht mehr im gewünschten Umfang dazu beitragen, einen sachgerechten Umgang mit Wildtieren in unserer Kulturlandschaft zu gewährleisten und gleichzeitig den Ansprüchen der Gesellschaft gerecht zu werden. So ist beispielsweise der Waldumbau in Richtung klimastabiler Wälder einer der wesentlichen forstlichen Aufgaben in der nahen Zukunft. Im Fokus dieser Session steht die Schaffung des Gleichgewichts zwischen den Lebensansprüchen der Wildarten und der Leistungsfähigkeit des Ökosystems Wald in Zeiten des Klimawandels.
22 Das Reh - Wildtier des Jahres 2019 ▶
Full title: Das Reh - Wildtier des Jahres 2019

Chairs: Prof. Dr. Andreas König, Dr. Wibke Peters, Prof. Dr. Volker Zahner, Dr. Martina Hudler

Contact: koenig@wzw.tum.de

Das Reh ist von den Förderern der Deutschen Wildtierstiftung zum Tier des Jahres 2019 gewählt worden. Nicht zuletzt aus diesem Grund steht das Reh wieder vermehrt im Fokus. Dieser Kulturfolger mit seinen herausragenden Eigenschaften (z.B. Eiruhe, Territorialität) gestaltet durch sein Äsungsverhalten ganz wesentlich unsere Wälder. Die aktuelle wildbiologische Forschung befasst sich mit der enormen Flexibilität dieser Wildart und ihrer Lebensraumnutzung. Ziel der Session ist es, durch neueste wissenschaftliche Erkenntnisse einen Beitrag für ein zukunftsweisendes Management von Rehpopulationen zu leisten und Diskussionen über die Wechselbeziehungen in unserer Kulturlandschaft auf eine sachliche Basis zu stellen. Interaktionen zwischen Wald, jagdlicher Nutzung bzw. Steuerung der Rehpopulation einerseits sowie andererseits Fragen des Tierschutzes wie etwa Veränderung der Lebensbedingungen der Rehe durch den Klimawandel und dem Mähtod von Rehkitzen werden in der Session intensiv diskutiert.
23 Versicherungsleistungen von Wäldern ▶
Full title: Versicherungsleistungen von Wäldern

Chairs: Roland Olschewski, Marc Hanewinkel, Perry Bartelt, Rasoul Yousefpour

Contact: roland.olschewski@wsl.ch

Der Wald schützt die Bevölkerung und Verkehrsinfrastruktur in Berggebieten vor Naturgefahren, wie z.B. Lawinen, Rutschungen und Steinschlag. Gleichzeitig ist der Wald selbst Gefahren ausgesetzt, etwa durch Sturm oder Feuer. Lässt sich durch Waldbewirtschaftung und ein innovatives Versicherungsmodell die Gefahrenprävention verbessern? Es werden sowohl naturwissenschaftliche als auch sozioökonomische Forschungsansätze und -ergebnisse präsentiert, um das natürliche Potenzial und der finanziellen Wert der Versicherungsleistung zu bestimmen. Darüber hinaus werden die Möglichkeiten zur Entwicklung eines operationalen Geschäftsmodells diskutiert, das in der Praxis für eine Versicherung gegen Naturgefahren eingesetzt werden kann.
24 Forstliche Ökosystemdienstleistungen ▶
Full title: Das Konzept der Ökosystemdienstleistungen in der Forstwirtschaft - Anwendungsmöglichkeiten in Forschung und Praxis, möglicher Mehrwert für die Gesellschaft

Chairs: Christoph Schulz, Dr. Peter Biber, Prof. Dr. Thomas Knoke

Contact: christoph.schulz@lwf.bayern.de

Das Konzept der Ökosystemdienstleistungen ist relativ jung und findet in der Umweltforschung und Umweltpolitik enorm schnelle Verbreitung. Das Konzept beschreibt Mensch-Umwelt-Beziehungen und stellt damit Informationen bereit, die der Entscheidungsfindung in der Umweltplanung und im Ökosystemmanagement dienen. Das gilt insbesondere für die Berücksichtigung gegenwärtig kostenloser Leistungen, die Gefahr laufen aufgrund des Fehlens eines unmittelbaren quantitativen Gebrauchswertes bei Entscheidungen über Art und Intensität der Nutzung eines Ökosystems unterschätzt oder missachtet zu werden. Bestehende, traditionelle forstliche Planungsinstrumente wie die Waldfunktionsplanung werden durch das Konzept der Ökosystemdienstleistungen hinterfragt. In der Session soll ein Bild geschaffen werden, wie das Konzept der Ökosystemdienstleistungen auf Wälder angewendet werden kann. Weiterhin soll aufgezeigt werden, welchen Bedeutungswandel Ökosystemdienstleistungen durch Veränderungen der Umwelt und der Gesellschaft unterliegen können. Als thematisches Leitbild für Präsentationen kann dabei die Kaskade der Ökosystemdienstleistungen nach Potschin-Young et al. (2018) gelten, die über Eigenschaften/Prozesse – Funktionen – Dienstleistungen – Nutzen – Wert die Beziehungen von Ökosystemen und Menschen beschreibt. Präsentationen im Rahmen dieser Session sollten sich auf verschiedenen räumlichen und zeitlichen Skalen mit einem oder mehreren Elementen der Kaskade beschäftigen. Da die Session unter dem Schwerpunktthema „1. Wald, Politik und Gesellschaft“ läuft, sind Arbeiten zur Quantifizierung von Leistungen, Nutzen und Wert von bevorzugtem Interesse. Gemäß dem Titel der Session soll aus der Zusammenschau der Präsentationen herausgearbeitet werden, ob und in welchem Ausmaß sich aus dem Konzept der Ökosystemleistungen ein Mehrwert für die forstliche Forschung, Planung oder Kommunikation ergibt. Literatur: Potschin-Young, M.. Haines-Young, R.. Görg, C.. Heink, U.. Jax, K.. Schleyer, C. (2018): Understanding the role of conceptual frameworks. Reading the ecosystem service cascade. In: Ecosystem Services 29, S. 428–440. DOI: 10.1016/j.ecoser.2017.05.015.
25 Bekämpfung biotischer Großkalamitäten in Wäldern ▶
Full title: Naturschutzkonflikte im Wald

Chairs: Hans Pretzsch, Wolfgang Weisser

Contact: hans.pretzsch@lrz.tum.de

Die Bekämpfung von biotischen Großkalamitäten ist in jedem Jahr einer Massenvermehrung von Schaderregern Gegenstand einer öffentlichen Diskussion. Vor dem Hintergrund der Diskussion um ein deutschlandweites Insektensterben in unserer Kulturlandschaft ist es wenig verwunderlich, dass der Umweltwirkung einer chemischen Bekämpfung von Schaderregern in Wäldern eine immer größere Rolle bei der Abwägung zwischen ökonomischen und ökologischen Verlusten zukommt. Einerseits können hohe Dichten von Schaderregern zu Kahlfraß an Bäumen führen. Dieser soll durch eine rechtzeitige Bekämpfung vermieden werden, um Waldbesitzer vor Schäden bis hin zu Bestandeszerstörungen zu bewahren. Andererseits sind diese Wälder oft sehr artenreich und es kommen in ihnen eine Vielzahl bedrohter Tag- und Nachtfalter, Vögel und andere Arten vor, so dass die Sorge besteht, dass diese kurz- oder auch längerfristig unter einem Insektizideinsatz leiden. Allerdings hat auch die Massenvermehrung eines Schaderregers selbst negative Konsequenzen für andere Arten in einem Wald, da die Artengemeinschaft für einige Zeit von nur einer Art, dem Schaderreger, dominiert wird. Bestimmte Effekte des Schaderregers auf den Wald und von den Insektiziden auf die Nichtzielorganismen sind möglicherweise erst langfristig in ihrem vollen Ausmaß zu erkennen. Bis heute gibt es einige Wissensdefizite, die für ein Risikomanagement wichtig sind, z.B. in Bezug auf kurz- und längerfristige Effekte einer Massenvermehrung von Schaderregern auf das Baumwachstum in Abhängigkeit des Standorts. Auch gibt es bisher noch zu wenige Studien, die die kurz- und längerfristigen Auswirkungen auf Nichtzielorganismen zwischen unbekämpften Flächen und bekämpften Flächen vergleichen. Um zukünftig eine bessere Abschätzung der forstlichen und ökologischen Risiken biotischer Großkalamitäten und deren Bekämpfung zu ermöglichen sollen in dieser Session aktuelle Forschungsergebnisse über die kurz- und langfristigen Folgen einer Bekämpfung auf die Vitalität der Wälder und deren Artengemeinschaften zusammengetragen werden. Da aufgrund der klimatischen Veränderungen in Mitteleuropa eine Verkürzung der Massenvermehrungsintervalle zu erwarten ist, werden zukünftig Entscheidungen über eine Bekämpfung noch öfter getroffen werden müssen als heute.
26 Biodiversität und Ökonomie ▶
Full title: Ökonomische Bewertung von Biodiversität - Können ökonomische Analysen den Schutz von Biodiversität unterstützen?

Chairs: Thomas Knoke, Carola Paul

Contact: knoke@tum.de

Geld regiert die Welt. Obgleich dieser Grundsatz extrem vereinfacht und sicher in vielen Bereichen unzutreffend ist, versucht eine Reihe von Wissenschaftlern den Schutz von Biodiversität mit ökonomischen Argumenten zu rechtfertigen. Nutzen-Kosten-Analysen kommen zu extrem günstigen Relationen zwischen dem ökonomischen Nutzen und den Kosten des Naturschutzes in Größenordnungen von 100:1. Dennoch deutet viel darauf hin, dass die Biodiversität weltweit rückläufig ist. In Deutschland haben Studien jüngst ein beängstigendes Ausmaß des Insektensterbens belegt. Bewertungsansätze reichen von indirekten Betrachtungen der Biodiversität gewissermaßen als Produktionsinput bis zu direkten Bewertungen. Indirekte Bewertungsansätze quantifizieren beispielsweise Produktivitätssteigerungen, erhöhte Kohlenstoffsequestrierung, Einsparungen sozialer Kosten, z.B. durch reduzierte Düngermengen, Versicherungswerte, positive gesundheitliche Wirkungen und Optionswerte im Zusammenhang mit Biodiversität. Andere Ansätze bewerten Biodiversität direkt, als etwas, das generell zum Wohlbefinden der Menschen beiträgt. Bedenken gegen ökonomische Bewertungen sind jedoch belangvoll: Die Quantifizierung des ökonomischen Wertes von Biodiversität impliziert, dass Biodiversität durch andere Produktionsfaktoren oder Ökosystemleistungen, die zu ähnlichen ökonomischen Verbesserungen führen, substituierbar ist. Wir wollen ein Forum zur Diskussion ökonomischer Bewertungsansätze und eventueller Konsequenzen schaffen.
27 Nationale Waldinventuren ▶
Full title: Nationale Waldinventuren - wissenschaftsbasierte Inventuren an der Schnittstelle zur Politik

Chairs: Dr. Lutz Fehrmann und Prof. Dr. C. Kleinn, Dr. Gerald Kändler, Friedrich Schmitz, Dr. Thomas Riedel

Contact: ckleinn@gwdg.de

Nationale Waldinventuren sind üblicherweise integriert in langfristige Waldmonitoringprogramme und dienen der Bereitstellung wissenschaftsbasierter und qualitätsgeprüfter Information zu vielen waldrelevanten Fragen auf nationaler oder subnationaler Ebene. Nationale Waldinventuren liefern einen großen Teil der Daten für die internationalen Wald-bezogenen Berichterstattungen. Stichprobenverfahren, Modellierungsansätzen, Integration von Hilfsvariablen und Fernerkundung, Regionalisierungen auch für kleinere Befundeinheiten, etc. haben sich laufend dem Informationsbedarf der Nutzer und dem Stand der Technik anzupassen, ohne die Validität der Zeitreihen zu gefährden. Während zahlreiche Inventuren ihre Inhalte an den vorab ermittelten Erwartungen der Datennutzer ausrichten („user needs assessments“), gibt es kaum Studien zur Gesamteffizienz nationaler Waldinventuren gemessen an der tatsächlichen Verwendung und Wirkung der Daten und Ergebnisse. Diese Vortragsreihe möchte in den Vorträgen beide Seiten beleuchten: Die technischen und methodischen Weiterentwicklungen in nationalen Waldinventuren ebenso wie deren Beiträge zu waldrelevanten Entscheidungsprozessen.
28 Baumarteneignung im Klimawandel: Kriterien und Verfahren ▶
Full title: Baumarteneignung im Klimawandel: Kriterien und Verfahren

Chairs: Axel Albrecht

Contact: axel.albrecht@forst.bwl.de

Die Beurteilung der Eignung von Baumarten muss unter Klimawandel neu gedacht und neu konzipiert werden: aufgrund sich ändernder Umweltbedingungen müssen neue klimasensitive Beurteilungsgrundlagen mit bewährten Ansätzen aus Waldbau, Forstplanung, Standortskartierung und Bodenkunde verknüpft werden. Die neuen Komponenten können dabei Aspekte veränderter Wachstums- oder Ertragsleistung umfassen, sich verändernde Mortalitätsrisiken und Konkurrenzverhältnisse zwischen Baumarten beschreiben, oder auch die Eignung einer Baumart hinsichtlich von Schutzfunktionen wie Klima-, Trinkwasser- oder Bodenschutz einstufen. Kurzum: neue Konzepte müssen nicht nur klimasensitiv sondern auch waldfunktionensensitiv sein. Es sind deshalb Beiträge gesucht, die z. B. die Kriterien und Verfahren zur Beurteilung der Eignung von Baumarten im Klimawandel konzeptionell beschreiben, die klimawandelbedingten Veränderungen der Eignungseinstufungen inhaltlich aufzeigen und bilanzieren, oder modellbasierte Simulationsrechnungen mehrerer Eignungskriterien beispielhaft vorstellen. Damit soll die Session eine Methodenumschau ergeben, um weitere Forschungsarbeiten und Planungsansätze zu inspirieren.
29 Anpassung jenseits der DNA ▶
Full title: Erfassung der (physiologischen) Anpassungskapazität von Waldbäumen – welche Methoden gibt es und welche bringen uns weiter?

Chairs: Doris Krabel, Ralf Kätzel

Contact: krabel@forst.tu-dresden.de

Es besteht ein zunehmender Bedarf an aktuellen Informationen zum Stand der gehölzphysiologischen Forschung, hier insbesondere zu Fragen der Phänotypischen Plastizität, Stressphysiologie, Ökophysiologie und Entwicklungsphysiologie von Gehölzen. Insbesondere ist die Verknüpfung genetischer Erkenntnisse mit gehölzphysiologischen Resultaten erforderlich, um z.B. Fragen zur Genotyp-Umweltbeziehung beantworten zu können. Ziel der Session ist es, Möglichkeiten und Grenzen der aktuell angewandten gehölzphysiologischen Methoden in Bezug auf die Ermittlung individueller Anpassungskapazität aufzuzeigen. Auf diese Weise soll ein Beitrag geleistet werden, die Erkenntnislücke zwischen Genetik und Physiologie von Baumarten zu schließen und forstliche Entscheidungen vor dem Hintergrund ökologischer Veränderungen (z.B. durch Klimawandel) zu unterstützen.
30 Nachhaltigkeitsbewertung der Holznutzung ▶
Full title: Nachhaltigkeitsbewertung der forstlichen Produktion und Holznutzung“

Chairs: Gabriele Weber-Blaschke, Michael Risse, Omar Hijazi

Contact: weber-blaschke@hfm.tum.de

"Unter Berücksichtigung einer steigenden Nachfrage nach Holz in der Bioökonomie wird eine effiziente und nachhaltige Allokation des Holzaufkommens an Bedeutung zunehmen. Um Politik und Industrie dahingehend zu beraten, bedarf es verlässlicher Methoden, die das Nutzungspotential von Holz ganzheitlich erfassen und kritisch beleuchten. In der Session ""Nachhaltigkeitsbewertung der forstlichen Produktion und Holznutzung“ sollen deshalb Methoden und Ergebnisse aus aktuellen Forschungsarbeiten vorgestellt werden, die mindestens eine der drei Dimensionen der Nachhaltigkeit - Ökologie, Ökonomie, Soziales - abdecken. Im Fokus stehen vor allem Arbeiten mit einer innovativen Methodenanwendung oder -weiterentwicklung aus allen Bereichen der Nachhaltigkeitsbewertung, z.B. zu Erfassung der ökologischen (z.B. mittels LCA), ökonomischen (z.B. mittels LCC) und/oder sozialen Wirkungen (z.B. mittels SLCA), der Ressourcen- und Ökoeffizienz sowie der Kohlenstoffbilanz inklusive -speicherung. Darüber hinaus sind politisch-industriell besonders relevante Fallstudien interessant. Die Betrachtung spannt sich von der forstlichen Produktion über die Holznutzung bis hin zu End-of-Life-Optionen, von der Produktebene bis zur regionalen Ebene. Aktuelle Themenbereiche sind zum Beispiel die Bewirtschaftung unterschiedlicher Holzarten, Bioraffinerieprodukte, Kaskadennutzung, Design for Reuse, Effekte der Kohlenstoffspeicherung und verzögerte Emissionen, Umweltproduktdeklarationen, Biomassepotenziale, marktwirtschaftliche Effekte und Nutzungskonkurrenzen."
31 Waldsterben 2.0 (Ökologie) ▶
Full title: Waldsterben 2.0? Auswirkungen von Klimawandel und Klimaextremen auf Wälder in Europa

Chairs: Anja Rammig, Christian Zang, Rupert Seidl

Contact: Anja.Rammig@tum.de

Die Klimaextreme der jüngeren Vergangenheit, wie etwa die Dürre 2015 in Mitteleuropa, die Hitzewelle 2017 im südlichen Europa, und die Dürre 2018 in Mittel- und Nordeuropa, decken sich mit der projizierten zunehmenden Häufigkeit und Intensität von Extremereignissen. Diese Extreme belasten die Wälder Europas, wie es zuletzt auch die massiven direkten und indirekten Folgen des Sommers 2018 zeigen: Vitalitätseinbußen und erhöhte Mortalität bei Waldbäumen durch Trockenstress in Wechselwirkung mit klimatisch begünstigter Aktivität von Schadorganismen, sowie großflächige Feuer in Deutschland und weiteren Teilen Europas. Vor allem die Fichte ist derzeit stark belastet, da sie zusätzlich durch Borkenkäferbefall geschädigt wird. Aber auch andere Baumarten, die bisher als zukunftsfähig im Klimawandel galten, sind betroffen, wie etwa die Rotbuche, die vielen Regionen Deutschlands nach dem Sommer 2019 deutliche Vitalitätseinbußen bis hin zu erhöhter Mortalität zeigt. In unserem Symposium gehen wir den Fragen nach, was die Ausmaße eines neuen Wald- bzw. Baumsterben sind und wie wir damit umgehen. Gibt es ein Waldsterben 2.0? Welche Baumarten sind besonders betroffen? Wie werden sich Klimawandel und vor allem Klimaextreme in der Zukunft auf unsere Wälder auswirken? Wie können wir unsere Wälder nachhaltig bewirtschaften, so dass sie auch unter zukünftigem Klima bestehen können? Wir begrüßen Beiträge aus Felderhebungen, Fernerkundungsstudien und modellgestützten Analysen.
32 Mischbestände ▶
Full title: Mischbestände. Vom Verstehen zum Regulieren

Chairs: Hans Pretzsch, Christian Ammer

Contact: hans.pretzsch@tum.de

Mischbestände können produktiver und unter Stress und Störungsereignissen stabiler sein als Reinbestände. Zugleich können sie Ökosystemleistungen in einem höheren Maße bereitstellen als Reinbestände. Viele Projekte in jüngerer Vergangenheit konnten zum besseren Verständnis der Dynamiken und der Funktionen und Leistungen von Mischbeständen beitragen. Demgegenüber gibt es bisher aber kaum Konzepte für die konsequente Gestaltung und Regulierung von Mischbeständen auf quantitativer Grundlage und im Hinblick auf definierte Ziele. Diese Session soll einen Überblick über die neuesten Ergebnisse der Mischbestandsforschung geben. Insbesondere sollen Wege von der Analyse der zielorientierten Begründung und Regulation, also zum quantitativen Design von Mischbeständen aufgezeigt werden. Zum Design und zur Regulation können waldbauliche Leitkurven und Behandlungsalgorithmen in Managementmodellen beitragen. Diese wiederum gründen auf dem zunehmend besseren Verständnis der ökosystemaren Zusammenhänge. Beiträge zu dieser Session werden hauptsächlich aus den Bereichen Ökologie, Waldbau, Waldwachstum, Waldernährung und Ökonomie erwartet.
33 Biodiversität in Nachhaltiger Forstwirtschaft ▶
Full title: Biodiversität der Wälder als Maß für Nachhaltige Forstwirtschaft

Chairs: Johannes Penner, Inken Dörfler

Contact: johannes.penner@wildlife.uni-freiburg.de

Wälder sind wichtig für die Biodiversität. Wälder und damit Biodiversität wird stark von der Forstwirtschaft beeinflusst. Nachhaltige Forstwirtschaft hat unter anderem zum Ziel Biodiversität zu schützen und misst dies mit Hilfe unterschiedlicher Indikatoren. Obwohl es bereits verschiedene Programme zum Schutz von Biodiversität in bewirtschafteten Wäldern gibt, sind die Grundlagen hierfür selten wissenschaftlich untersucht. Um weiter zur Klärung der Zusammenhänge aus unterschiedlichen Systemen beizutragen, möchte diese Session Arbeiten zu bestehenden und neuen Indikatoren, sowie zu Schlüsselstrukturen für Artenvielfalt in Wäldern zusammen führen, um daraus Bewirtschaftungsempfehlungen abzuleiten.
34 Forstliche Genressourcen im Klimawandel ▶
Full title: Forstliche Genressourcen im Klimawandel

Chairs: Dr. Mirko Liesebach, Ute Tröber

Contact: mirko.liesebach@thuenen.de

Die genetische Variation von Populationen ist von grundlegender Bedeutung für Waldökosysteme und geht mit der Artenvielfalt und Funktionsfähigkeit von Ökosystemen einher. Sie ist sowohl Voraussetzung für Anpassungsprozesse an Umweltänderungen und damit für die langfristige Stabilität von Wäldern als auch für die Produktion im Sinne einer nachhaltigen und multifunktionalen Forstwirtschaft. Der Klimawandel ist hierbei ein Standortfaktor.
35 Auswirkung von Stürmen - heute und morgen ▶
Full title: Auswirkung von Stürmen - heute und morgen

Chairs: Dirk Schindler, Matthias Schmidt

Contact: dirk.schindler@meteo.uni-freiburg.de

Von allen meteorologischen Extremereignissen wiesen Stürme in den vergangenen Jahrzehnten das größte abiotische Gefährdungspotenzial für die Wälder Europas auf. Aufgrund ihrer großräumi-gen Ausdehnung und der extremen Ausprägung ihrer bodennahen Windfelder verursachten Win-terstürme die größten Schadholzmengen. Katastrophale Wintersturmereignisse haben neben dras-tischen Auswirkungen auf den Betriebsablauf, einschneidende betriebswirtschaftliche, waldbau-lich-ertragskundliche, forstschutztechnische und ökologische Auswirkungen in den betroffenen Regionen zur Folge. Darüber hinaus sind Winterstürme häufig die initialen Auslöser für Kalamitäten biotischer Schaderreger und hier vor allem durch rindenbrütende Borkenkäfer. Ein Großteil der unerklärten interannuellen Variabilität der terrestrischen CO2-Bilanz kann durch Sturmschäden er-klärt werden. Die Mehrzahl aller Klimamodellstudien, in denen in den vergangenen 25 Jahren Er-gebnisse zur zukünftigen Entwicklung des Sturmgeschehens über Europa veröffentlicht wurden, projizieren für Mitteleuropa bis 2100 eine klare Veränderung des Wintersturmgeschehens. Bis zum Ende des 21. Jahrhunderts ist damit zu rechnen, dass die Häufigkeit, Intensität und Aktivität von Winterstürmen über Europa zunehmen wird. Daher stellt sich die Frage, ob und, wenn ja, wie durch Anpassungsmaßnahmen auf die Zunahme des Sturmgeschehens reagiert werden muss bzw. reagiert werden kann, um eine Minimierung der negativen Folgen zukünftiger Sturmschäden in Wäldern herbeizuführen. Beiträge zu allen Facetten des Sturmgeschehens und seinen Auswirkungen für Wälder sind will-kommen!
36 Chancen und Risiken nicht-heimischer Baumarten ▶
Full title: Chancen und Risiken nicht-heimischer Baumarten in Wäldern und Städten

Chairs: Anja Bindewald, Katharina Lapin

Contact: anja.bindewald@forst.bwl.de

Chancen und ökologische Risiken der Nutzung nicht-heimischer Baumarten in Europa haben die Meinungen von Experten polarisiert. Einige nicht-heimische Baumarten sind ökonomisch wichtige, vermeintlich an den Klimawandel angepasste Arten in Wirtschaftswäldern oder werden wegen ihrer kühlenden Eigenschaften als Stadtbäume geschätzt. Gerade vor dem Hintergrund des Klimawandels wird die Bedeutung einiger nicht-heimischer Baumarten wahrscheinlich weiter zunehmen. Gleichzeitig steigt auch das Bewusstsein für ökologische Risiken, die eine großflächige Nutzung der Arten bergen. So können sich nicht-heimische Baumarten unkontrolliert in naturnahe Ökosysteme ausbreiten, gebietsweise dominant werden und dadurch ein Gefährdungspotenzial für Artenvielfalt und Ökosystemdienstleistungen darstellen. Hinzu kommt, dass Erfahrungen in der Bewirtschaftung nicht-heimischer Baumarten oft lokal spezifisch sind und überregionale Strategien zum verantwortungsvollen Umgang fehlen. Die wachsende Nachfrage nach Holz und die notwendige Verbesserung der Resilienz der Wälder in Bezug auf den Klimawandel stellen daher verschiedene Akteure und Interessensvertreter vor große Herausforderung. Klimastress ist insbesondere in Städten ein wichtiges Thema. Ein typisches Merkmal des Stadtklimas ist die Bildung von Wärmeinseln, die sich durch die Lufttemperaturdifferenz zwischen der wärmeren Stadt und ihrem kühleren Umland bilden. Ein nahe gelegener Wald oder Stadtwald erfüllt daher auch eine wichtige Klimafunktion. Wälder und Städte sollten deshalb gemeinsam betrachtet werden, auch unter dem Aspekt, dass im urbanen Bereich bereits längere Anbauerfahrungen mit nicht-heimischen Baumarten vorliegen. Obgleich auf politischer Ebene europaweit bedeutsam, hat dieses Thema bisher wenig Beachtung gefunden. Es liegen z.B. kaum Daten zur potenziellen Verbreitung und zu den langfristigen ökologischen Folgen häufig angebauter nicht-heimischer Baumarten vor. Das Ziel dieser Session ist es, verschiedene Akteure aus dem Bereich der Forstwissenschaften, des Naturschutz und der Städteplanung zusammen zu bringen, um einen sektorenübergreifenden Erfahrungsaustauch und interdisziplinäre Diskussion über der verantwortungsvollen und nachhaltigen Umgang mit nicht-heimischen Baumarten zu forcieren. Es sind daher vielfältige Beiträge gesucht, die sich mit dem Management, ökologischen Risiken und Ökosystemdienstleistungen nicht-heimischer Baumarten in urbanen und Wald-Gebieten beschäftigen. Damit soll die Session einen Überblick verschiedener Aspekte nicht-heimischer Baumarten aufzeigen, um überregionale Forschungsarbeiten und fachliche Dialoge anzuregen.
37 Policy-Mixes für konkurrierende Ansprüche im Wald ▶
Full title: Politikinstrumente in einer nachhaltigen Wirtschaft: Antworten auf sich wandelnde und konkurrierende Ansprüche an den Wald

Chairs: Tamaki Ohmura, Tobias Schulz, Eva Lieberherr

Contact: tamaki.ohmura@wsl.ch

Es besteht zunehmend Einigkeit darüber, dass zur Bewältigung komplexer Umwelt- und Ressourcennutzungsprobleme, politische Ziele und geeignete Instrumenten in einem „Policy-Mix“ aufeinander abgestimmt sein sollten (Rogge and Reichardt, 2016. Rogge et al., 2017). Entscheidend ist die Kohärenz des Zielsystems und der Kombination von Instrumenten sowie deren Akzeptanz bei den Zielgruppen. Die Ressource Wald bietet ein besonders interessantes Untersuchungsgebiet: Aufgrund sich wandelnder gesellschaftlicher Bedürfnisse sowie einer Entwicklung hin zu einer nachhaltigeren Wirtschaft, konkurrieren unterschiedliche sektorale Interessen und Bedürfnisse zunehmend um die Nutzung des Waldes als auch um die Waldfläche an und für sich. Nebst der Holzproduktion, Umwelt- und Biodiversitätsleistungen und den Freizeitbedürfnissen der Bevölkerung wird der Wald zunehmend in Projekte involviert, die durch die Förderung einer nachhaltigen Wirtschaft motiviert sind, wie z.B. CO2-Sequestrierung, Anlagen für erneuerbare Energien oder Maßnahmen im Wald zum Ausgleich von Rodungen oder Biotopverlust ausserhalb des Waldes. Sofern diese Anforderungen nicht gleichzeitig erfüllt werden können, dürften Konflikte um die primären Funktionen des Waldes entstehen. Neue Ziele im Kontext einer nachhaltigeren Wirtschaft könnten mit konventionelleren Waldnutzungen konkurrieren und somit zu neuen Akteurskonstellationen führen, welche wiederum die Möglichkeit für neue Policy-Mixes eröffnen. Die Beiträge in diesem Panel konzentrieren sich auf das Entstehen neuer Konflikte im und um den Wald als Folge einer nachhaltigeren Wirtschaft und die Gestaltung und Verknüpfung von Politikinstrumenten zur Lösung dieser Konflikte. Empirische Anwendungen von neuen Politikinstrumenten, deren Kohärenz mit existierenden politischen Zielen und die Akzeptanz unter zentralen Akteuren sind von besonderem Interesse. Rogge, K. S., and Reichardt, K.: Policy mixes for sustainability transitions: An extended concept and framework for analysis, Research Policy, 45, 1620–1635, 10.1016/j.respol.2016.04.004, 2016. Rogge, K. S., Kern, F., and Howlett, M.: Conceptual and empirical advances in analysing policy mixes for energy transitions, Energy Research & Social Science, 33, 1-10, 2017.
38 Holzbasierte Produkte in der Bioökonomie ▶
Full title: Holzbasierte Produkte in der Bioökonomie - Ein Blick über Grenzen

Chairs: Dr. Holger Weimar, Dr. Susanne Iost

Contact: holger.weimar@thuenen.de

Holz ist der wichtigste nachwachsende und nachhaltig produzierte stofflich genutzte Rohstoff in Deutschland und weltweit. Holzprodukte sind daher für den Erfolg der Bioökonomie von zentraler Bedeutung. Traditionelle Holzprodukte spielen dabei eine wichtige Rolle. Doch vor allem neuen oder weiterentwickelten Herstellungsverfahren sowie neuen holzbasierten Produkten werden große Potenziale zugerechnet. Die Potenziale für die Bioökonomie beziehen sich dabei auf eine verbesserte Nachhaltigkeit durch mehr holzbasierte Produkte im Vergleich zu konventionellen rohölbasierten Produkten. Holzprodukte werden weltweit hergestellt und gehandelt. Ein Teil des inländischen Konsums besteht aus Waren, die, zumindest zum Teil, in anderen Ländern Europas oder der Welt hergestellt werden. Will man den Erfolg der Bioökonomie bewerten, müssen daher Effekte, die durch Konsum von importierten Holzprodukten verursacht werden, ebenfalls berücksichtigt werden. Die Session soll sich folgenden Fragestellungen widmen: Welche Konzepte und Zielsetzungen der Bioökonomie gibt es in Europa und weltweit? Wie „messen“ Länder oder Regionen ihre Bioökonomie? Wie können wir Nachhaltigkeitseffekte von Waren, auch im Ausland erzeugten, berücksichtigen? Wie unterscheiden sich diese Konzepte und methodischen Ansätze? Wirkt sich dies auf (unsere) nationale Zielsetzungen aus? Gibt es Produkte oder Verfahren, die von besonderer Relevanz sind?
39 Wood degradation by fungi and insects ▶
Full title: The Good, the Bad and the Ugly: Wood Degradation by Fungi and Insects

Chairs: J. Philipp Benz, Dr. Peter Biedermann

Contact: benz@hfm.tum.de

The supply of high-quality wood is one of the major tasks of forestry, and many protective measures are taken to prevent premature degeneration of trees in order to maximize the yields. In addition, also wood in use is commonly protected against biological pests, such as rots, to increase its service life. However, wood decomposition is a necessary part of the world’s natural cycle of materials and has the function to release the stores of carbon (and others), that have been bound by the trees via photosynthesis back into the environment (e.g. as CO2) for another round of usage. A tremendous diversity of insects and fungi are helping to decompose wood in natural ecosystems and many of them are of high conservational value and threatened, because dead wood is typically removed in our managed forests. Moreover, humankind has come to appreciate the ability of many organisms to decompose wood into its constituent fibres or polymers, and is making use of these functions in biotechnological applications, such as for pulping or for the modern biorefinery. Whether an insect or fungus is considered a pest, a pathogen, a beneficial species that needs to be conserved or a candidate for a biotransformation platform therefore depends on the viewpoint. In any case, we need to reach a better understanding of the mechanisms that organisms use when they interact with wood – either as their home, host or food source. Only then can we decide on a rational basis how to prevent unwanted interactions from happening and promote beneficial ones. This knowledge relates not only to forest pathology and biotechnology, but also strongly impinges on our understanding of wood as a central part of the forest ecosystem as a whole.
40 Forstwissenschaft - quo vadis? ▶
Full title: Perspektiven der Forstwissenschaft(en) in Deutschland

Chairs: Prof. Dr. Norbert Weber, Prof. Dr. Christian Ammer

Contact: norbert.weber@tu-dresden.de

Seit der Diskussion um die Zukunft der Forstwissenschaften vor mehr als 10 Jahren (vg. AFJZ 179:133-172) haben sich weitreichende thematische Veränderungen und Umstrukturierungen in diesem Wissenschaftsbereich ergeben. Bei den Forschungsthemen ist z.B. eine starke Hinwendung zu Fragen der Biodiversität und des Klimaschutzes sowie zu komplexen Themenstellungen im Rahmen von Standort übergreifenden Forschungsverbünden erkennbar. Fachliche Diskussionen werden zunehmend durch gesellschaftliche Diskurse überlagert, wie der Frage nach der Deutungshoheit (Forst vs. Naturschutz, fake news, citizen science etc.). Beim Publikationswesen gilt es sich insbesondere mit Fragen der Wissenschaftssprache(n) und den Möglichkeiten von Open Access auseinanderzusetzen. Die Veränderungen im Bereich der Finanzierung (zunehmende Dominanz der Drittmittelprojekte) und des Personals (forstlich ausgebildet oder mit anderem disziplinärem Hintergrund. befristet oder auf Dauerstellen) haben ebenfalls weitreichende Folgen. Auch in der Lehre an den Universitäten fanden tiefgreifende Veränderungen statt (Einführung gestufter Studiengänge, Internationalisierung, Abgrenzung der Profile von Universitäten und Fachhochschulen). Schließlich ist der Wissenstransfer in die Praxis zu beleuchten, der angesichts ernüchternder Erfahrungen neue Ansätze erfordert (vgl. Krott und Böcher 2016 „Science makes the World go round“). Viele der o.g. Phänomene betreffen nicht nur die Universitäten, sondern auch die forstlichen Forschungsanstalten, die zudem im Sinne von organisatorischen Reformen neu aufgestellt und teilweise regional zusammengelegt wurden. In dieser Veranstaltungsreihe wird eine nach Lösungen gesucht, wie die aufgezeigten Veränderungen bewertet und die daraus resultierenden Herausforderungen bewältigt werden können.
41 Kalamitätsholz ▶
Full title: Eigenschaften, Qualität und Management von Kalamitätsholz

Chairs: Klaus Richter, Peter Meinlschmidt

Contact: richter@hfm.tum.de

Die durch Trockenheit, Käferbefall, Schleimfluss oder andere klimabedingte Vitalitätsminderungen angefallenen Schadholzmengen beeinflussen unmittelbar den einheimischen Holzmarkt und die Holzerlöse. Er herrscht grosse Unsicherheit über die Qualitäten der Holzsortimente aus Zwangsnutzungen und die möglichen davon betroffenen Verwendungsoptionen in der stofflichen Nutzung. Dies betrifft insbesondere die Fichte, aber auch viele Laubholzarten wie Buche, Ahorn, Esche, Erle und Birke. Ziel der Session ist es, zur Versachlichung der Diskussion beizutragen. Erfahrungen aus bereits vorliegenden Untersuchungen und Erhebungen zur Qualität der neuartigen Schadholzphänomene sollen vorgestellt und deren potentielle Verwertungen in der Holzindustrie sollen diskutiert werden. Auch Erfahrungen von die sich anbietenden oder erprobten Massnahmen zur sachgerechten Aufarbeitung und qualitätserhaltenden Lagerung von Schadholzsortimenten sind für die Session von Interesse.
42 BioÖkPush ▶
Full title: Voraussetzung für die holzbasierte Bioökonomie

Chairs: Klaus Richter

Contact: richter@hfm.tum.de

Die vermehrte In-Wert Setzung von Rohholz und den daraus hergestellten Haupt- und Nebenprodukten ist das wirtschaftliche Fundament für die holzbasierte Bioökonomie. Sie soll in den kommenden Jahren ausgebaut werden, um die Abhängigkeit der Gesellschaft von fossilen Rohstoffen schrittweise zu reduzieren. Dem Rohstoff Holz wird aufgrund seiner Erneuerbarkeit, der hohen mengenmässigen Verfügbarkeit, der energieeffizienten Prozessierbarkeit und der positiven CO2-Effekte eine Schlüsselrolle bei der Umsetzung der Bioökonomie beigemessen. Holz wird dieser Rolle nur gerecht werden, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind: i) die Verfügbarkeit der lignocellulosischen Ressourcen aus den einheimischen Landnutzungssystemen ebenso wie aus der Altholz- und Altstoffwirtschaft muss planbar sein. ii) Forschung und Entwicklung müssen technische, strukturelle und regulative Voraussetzungen für konkurrenzfähige holzbasierte Produkte und Prozesse schaffen. und iii) Verbraucher und die Öffentlichkeit müssen eine positive Wahrnehmung und Akzeptanz in Bezug auf die Holzverwendung entwickeln. Die Session läd aktuelle Studien und Projekte ein, die sich mit Aspekten der drei genannten Bedingungen beschäftigten und diskutiert deren Beiträge für die Bioökonomie-Entwicklung.
43 Urban Forestry ▶
Full title: Urban Forestry - Klimafitte Städte durch grüne Infrastruktur

Chairs: Prof. Dr. Thomas Rötzer, Prof. Dr. Stephan Pauleit, Dr. Astrid Reischl

Contact: thomas.roetzer@tum.de

"Die weltweit zunehmende Urbanisierung ist zusammen mit dem Klimawandel eine der größten Herausforderungen für die Städte des 21. Jahrhunderts. "Urban Forestry", d.h. die Gesamtheit alles Grün in Städten kann einen Beitrag leisten, um die Städte an diese Veränderungen anzupassen. Ökosystemleistungen des Grüns umfassen neben Versorgungs-, Regulierungs- und Unterstützungsleistungen auch kulturelle Dienstleistungen. Insbesondere die Leistungen zur Klimaregulierung (Beschattung, Abkühlungswirkung) sind für die klimafitte Stadt von morgen wichtig. Ein nachhaltiges Management des urbanen Grüns muss daher als interdisziplinärer und integrativer Ansatz verstanden werden, der stadtökologische, ökonomische und soziale Aspekte vereint, um die verschiedenen Leistungen des Grüns zu optimieren. Die zentrale Frage ist daher: Wie soll/muss das Grün der Städte von morgen aussehen, um klima-resiliente Städte zu erhalten. Willkommen sind Beiträge, die unterschiedliche Aspekte von „Urban Forestry"" beleuchten ebenso wie Berichte und Erfahrungen aus der Praxis."
44 Physiologische und morphologische Reaktionen ▶
Full title: Bäumen und Bestände im Klimawandel – Physiologische und morphologische Reaktionen auf heiße Trockenheit, Überflutung und andere Extreme

Chairs: Prof. Dr. Thorsten Grams, Prof. Dr. Hans Pretzsch

Contact: grams@tum.de

Der voranschreitende Klimawandel und damit verbundene Änderungen der Umweltfaktoren stellen vor allem für langlebige Organismen wie Bäume eine potentielle Gefährdung dar. Das trockenheiße Jahr 2018 und die Folgen haben uns dieses anschaulich vor Augen geführt.
Diese Session thematisiert schwerpunktmäßig die physiologischen und morphologisch/anatomischen Reaktionen und Anpassungen an die sich ändernden Umweltbedingungen. Insbesondere Reaktionen auf Ereignisse wie erhöhte Temperaturen (z.B. Hitzewellen, Spätfrost) oder Niederschlagsextreme (z.B. Dürre, Überschwemmung) stehen im Zentrum des Interesses. Ergebnisse aus Fallstudien, experimentellen Ansätzen und Untersuchungen entlang Ressourcen-/Umweltgradienten sind eingeladen. Langzeitstudien und mechanistische Untersuchungen, insbesondere zum Kohlenstoff-, Wasser- und Nährstoffhaushalt sowie integrierende Betrachtungen zu Wachstum und Bestandesentwicklung liegen im Fokus dieser Session. Eingeladen sind Beiträge zu den Reaktionen von Bäumen und Beständen auf der Organ/Individuum und Bestandesebene sowie zur Modellierung der beobachteten Reaktionsmuster.
45 Free Session ▶
Full title: Free Session

Chairs: