Excursionen


1. Waldbaulich-waldwachstumskundliche Exkursion in den Solling

Zielgerichtete Waldentwicklung im Solling

Diese Exkursion führt in drei Versuchsflächen der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt (NW-FVA), an denen beispielhaft die waldbaulichen Möglichkeiten im Solling dargestellt werden sollen.

Der Solling ist das Waldgebiet des Jahres 2013. Er liegt im südlichen Niedersachsen und ist nach dem Harz das zweitgrößte zusammenhängende Waldgebiet Niedersachsens. Die Waldlandschaft, bestehend aus 50 % Nadelwald und 50 % Laubwald, gehört zum Wuchsgebiet „Mitteldeutsches Trias-Berg- und Hügelland“. Die Waldlandschaft des Sollings umfasst 33900 Hektar, davon unterliegt ein Anteil von 29 % strengen Schutzgebietsrestriktionen.

Die Waldflächen steigen von Osten aus gleichmäßig bis auf über 500 m an. Von den Hochlagen fällt die Waldfläche nach Westen recht sanft, im Südwesten dagegen schroff zum Wesertal ab. In diesem Berglandklima liegen die Niederschläge zwischen 750 -1050 mm/Jahr, die Jahresdurchschnittstemperaturen erreichen Werte von 6,5 bis 8,2 °C. Ausgangsgestein ist überwiegend Buntsandstein, großflächig durch lössgeprägte Decken überlagert, aus denen sich mäßig bis ziemlich gut versorgte podsolige Braunerden und Parabraunerden entwickelt haben, auf einigen Plateaulage finden sich auch Pseudo-und Stagnogleye. Hauptrisiko im Solling auf den Stauwasserstandorten in den Plateaulagen, den sogenannten Molkenböden, ist die Sturmwurfgefahr, des Weiteren besteht die Gefahr von Schäden durch Nassschnee in den Höhenlagen zwischen 200 und 400 m üNN.

Die durchgehende Bewaldung des Sollings prägt sein Gesamterscheinungsbild. Fichtenbestände dominieren diese Kulturlandschaft, denn die Fichte hat hier neben dem Harz ihren Anbauschwerpunkt in Niedersachsen. Die Buche wurden in den letzten Jahren vor allem über den Weg des Voranbaus verstärkt in Fichtenreinbestände eingebracht und ist mit einem Anteil an den Bestandestypen von 44 % die am häufigsten vorkommende Laubbaumart. Die Douglasie stellt vor allem auf den mäßig frischen Standorten eine wichtige Alternative zu der gegenüber Trockenstress empfindlicheren Fichte dar und soll in Zukunft eine Flächenanteil von 6 % einnehmen. Die Eiche hält einen Bestandestypenanteil von 11 %. Eine Besonderheit im Solling sind einige lange Eichenalleen, die vor 250 Jahren vom Forstmeister Johann Georg von Langen angelegt wurden.

Auf der Exkursion werden wir im Unteren Solling einen knapp 70-jährigen Buchen-Durchforstungsversuch sehen, der seit 25 Jahren in Beobachtung steht. Danach fahren wir in den Hohen Solling und zeigen einen Versuch zum Leistungsvergleich der Fichte sowie ein über 80-jähriges Douglasien-Baumholz, unter dem die Verjüngungökologie der Douglasie untersucht wird. An allen Punkten wird ausreichend Zeit sein, um die Untersuchungsansätze und die Ergebnisse zu diskutieren.

• Ansprechpartner: Hermann Spellmann, Regina Petersen
• Abfahrt: 9:00 Uhr / Rückfahrt (Ankunft): ca. 16.30 Uhr, Abfahrts-/Rückkehrort t.b.a
• Transport: Reisebus
• Kosten: Euro 35,- (Mittagessen und Bustransfer)
• Maximale Teilnehmerzahl: 40 Personen

Weitere Informationen unter http://www.afsv.de/download/literatur/AFSV_2013_Solling.pdf



2. Waldnaturschutz: Exkursion zum Biodiversitätsexploratorium Hainich

Biodiversitätsforschung in den sogenannten Biodiversitätsexploratorien der DFG

Diese Exkursion führt in einen der drei Standorte der Biodiversitätsexploratorien, den Hainich. Der Hainich gehört mit 16.000 ha zu den größten und ältesten zusammenhängenden Laubwaldgebieten Deutschlands und ist im Nationalpark durch unbewirtschaftete reine und gemischte Buchenwälder (Fagus sylvatica, mit Fraxinus excelsior, Acer pseudoplatanus und anderen) sowie durch schlagweise bewirtschaftete Wälder gekennzeichnet. Eine Besonderheit sind die vor allem in kommunalem Besitz stehenden Buchenplenterwälder.

Die Biodiversitäts-Exploratorien sind ein 2006 gestartetes Verbundprojekt der Deutschen Forschungsgemeinschaft DFG und bestehen aus drei Exploratorien in Thüringen, Brandenburg und Baden-Württemberg (Hainich-Dün, Schorfheide-Chorin, Schwäbische Alb). Ihr Ziel ist es, kausalen Zusammenhänge zwischen Landnutzung, Biodiversität und Ökosystemfunktionen herauszuarbeiten. Sie verstehen sich als wissenschaftliche Plattform für Biodiversitätsforschung in der echten Landschaft. Die drei Kernfragen des Projektes, die sowohl im Grünland als auch im Wald bearbeitet werden, lauten:

  • Welche Wechselwirkungen bestehen zwischen verschiedenen Komponenten der Biodiversität (z. B. zwischen der Pflanzenvielfalt und der Vielfalt der Bodenorganismen)?
  • Welche Auswirkungen haben unterschiedliche Formen und Intensitäten der Landnutzung auf die Biodiversität und die Ökosystemprozesse?
  • Wie beeinflusst Biodiversität bestimmte Ökosystemprozesse (etwa die Biomasseproduktion, den Kohlenstoffkreislauf, die Blütenbestäubung oder den Abbau von Totholz)?

Auf der Exkursion werden wir mehrere Versuchsbestände verschiedener Bewirtschaftungsformen besuchen, und dort ausführlich Versuchsansätze und Ergebnisse diskutieren. Im Laufe des Nachmittags treten wir die Rückreise nach Göttingen an.

• Ansprechpartner: Christian Ammer
• Abfahrt: 9:00 Uhr / Rückfahrt (Ankunft): ca. 16.30 Uhr, Abfahrts-/Rückkehrort t.b.a
• Transport: Bus
• Kosten: Euro 35.00 (Lunch und Bustransfer)
• Maximale Teilnehmerzahl: 40 Personen

Weitere Informationen unter http://www.biodiversity-exploratories.de/exploratorien/



3. Walderschließung und Forstwirtschaft in Zeiten des Klimawandels

In Zusammenarbeit mit dem Maschinenstützpunkt und dem Wegebaustützpunkt beim Niedersächsischen Forstamt Seesen werden mögliche Auswirkungen des Klimawandels auf die Walderschließung und die Forstwirtschaft thematisiert. Anhand konkreter Fallbeispiele im Harzvorland und Harz werden Probleme des Klimawandels, wie z.B. die Auswirkungen der ausbleibenden oder stark verkürzten winterlichen Frostphasen, der Verlagerung von Niederschlagsphasen in das Winterhalbjahr, der Zunahme von ausgeprägten Sommertrockenphasen sowie der Häufigkeitszunahme von Starkniederschlägen, insbesondere hinsichtlich Holzernte und Holzbringung/Holztransport diskutiert. Neben der Intensivierung der Wegeunterhaltung, um jederzeit eine schadfreie Ableitung von Niederschlagswasser zu gewährleisten, werden weitere Strategien besonders zur Sicherung von Bauwerken im Bereich der Fließgewässer entwickelt. Im Bereich der Holzernte werden Möglichkeiten zur Reduzierung von Befahrungsschäden bei der mechanisierten Holzernte vorgestellt. Auf der Exkursion werden daher die folgenden drei Kernfragen behandelt:

• Welche Herausforderungen bestehen in Zeiten des Klimawandels für die Walderschließung (Basis- und Feinerschließung) und mit welchen Strategien kann ihnen begegnet werden?
• Welche Maßnahmen sind bei der Holzernte zu treffen, um die Auswirkungen des Klimawandels zu meistern?
• Wie kann unter Klimawandelbedingungen eine zeitnahe und pflegliche Holzbringung gewährleistet werden?

Es werden insgesamt fünf Exkursionspunkte angefahren, an denen die Komplexität der Klimawandelauswirkungen bei Holzernte, Holzbringung und Erschließung anhand der Kernfragen verdeutlicht und Lösungsansätze diskutiert werden.

• Ansprechpartner: Dirk Jaeger
• Abfahrt: 9:00 Uhr / Rückfahrt (Ankunft): ca. 16.30 Uhr, Abfahrts-/Rückkehrort t.b.a
• Transport: Bus
• Kosten: Euro 35.00 (Lunch und Bustransfer)
• Maximale Teilnehmerzahl: 40 Personen