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Keynotes

Sebastiaan Luyssaert

Department of Ecological Science, VU University, Boelelaan 1085, 1081 HV Amsterdam, the Netherlands

My research relies on observation-based syntheses that bring together data on carbon cycling in forest ecosystems, original analysis of the interplay between albedo, evapotranspiration and sensible heat flux, and the large-scale impacts of forest management on stand structure. The results of these syntheses are then used to build the required modelling capacity for continental-scale studies to simulate the biogeochemical and biophysical pathways of forest management that affect the climate system.

Keynote:

Forest management cools the Earth! Did it? Will it?
Forestry was initially proposed in the late 1970s as a cost-efficient tool to keep the atmospheric CO2 concentration in check and buy time to work towards profound emission reductions. By the early 2000s a subtle shift in terminology had happened and forestry was commonly claimed to mitigate climate change and thus cool the Earth. In this keynote we search answers to the questions whether: (1) forest use in Europe between 1750 and 2010 locked away additional carbon and cooled the Earth, and (2) we can find locally optimal forest management that will store carbon and cool the Earth by the year 2100? The answers turned out to be neither “yes” nor “no” but shows trades-off between carbon and climate management due to compensating processes in the exchanges of water, energy and carbon between the trees and the atmosphere.

Carola Paul

Leiterin der Abteilung Forstökonomie und nachhaltige Landnutzungsplanung an der Georg-August-Universität Göttingen

Nach dem Studium zur Diplomforstingenieurin an der TU München promovierte sie dort 2014 am Lehrstuhl für Waldbau. Anschließend war sie an der Professur für Waldinventur und nachhaltige Nutzung der TU München in Forschungsprojekten in Deutschland, Ecuador und Panama tätig, bevor sie 2018 den Ruf an die Universität Göttingen erhielt.

Ihre Forschungsarbeiten beschäftigen sich mit der Entwicklung nachhaltiger Nutzungskonzepte für Forstbetriebe und Landschaften. Weitere Schwerpunkte sind die Untersuchung der ökonomischen Effekte des Klimawandels auf Forstbetriebe und die Entwicklung von Diversifikationsstrategien an der Schnittstelle zwischen Land- und Forstwirtschaft.

Keynote:

Artenreiche Wälder – unschätzbarer Wert oder Produktionsfaktor?
Artenreiche Wälder sind nicht erst seit Alfred Möller ein Grundsatz nachhaltiger Waldbewirtschaftung. In den letzten zwei Jahrzehnten stieg jedoch das öffentliche und politische Interesse an Wald als Lebensraum für vielfältige Organismen kontinuierlich an. Politische Statements postulieren Milliardenbeträge des Wertes der Biodiversität für die Gesellschaft. Ökonomische Bewertungen bilden zunehmend eine wichtige Säule der Argumentation für den Erhalt artenreicher Wälder. Auch die Fachpresse impliziert vielfach einen positiven Zusammenhang zwischen Artenvielfalt und ökonomischen Wert. Doch woher kommen diese Werte? Lässt sich ein funktionaler Zusammenhang zwischen Artenvielfalt und ökonomischen Wert ableiten? Bedeuten mehr Baumarten auch einen höheren ökonomischen Wert? Welche Schlussfolgerungen können wir für die Waldbewirtschaftung aber auch für die Forstwissenschaft ziehen? Dieser Vortrag möchte einen kurzen und kritischen Einblick in die methodischen Hintergründe geben und auf einige Fallstricke in der Anwendung und Interpretation hinweisen, die für forstwissenschaftliche Studien hoffentlich hilfreich sein können.

Daniela Jacob

Direktorin des Climate Service Center Germany (GERICS), einer selbstständigen wissenschaftlichen Organisationseinheit des Helmholtz-Zentrum Geesthacht und Gastprofessorin an der Leuphana Universität Lüneburg, Fakultät für Nachhaltigkeit.

Sie war eine der koordinierenden Leitautoren des Soncerberichts des IPCC über die Auswirkungen der globalen Erwärmung um 1,5 ° C über dem vorindustriellen Niveau und eine der führenden Autoren des fünften IPCC-Sachstandsberichts (Arbeitsgruppe 2).

Sie ist Vorsitzende des Deutschen Komitees für Nachhaltigkeit (DKN) und Mitglied in mehreren weiteren Komitees sowie Mitglied der "Earth League", einer internationalen Allianz prominenter Wissenschaftler aus erstklassigen Forschungseinrichtungen. Ihre Forschungsschwerpunkte und Interessengebiete sind die regionale Klimamodellierung und der Wasserkreislauf. Darüber hinaus ist Daniela Jacob Chefredakteurin der Zeitschrift "Climate Services", einer wissenschaftlichen Zeitschrift, die sie zusammen mit dem Elsevier Verlag gegründet hat. Sie ist Mitglied des Mission Board der Europäischen Kommission „Adaptation to Climate Change including Societal Transformation”.

Keynote:

Es wird Zeit!
Die Folgen des Klimawandels werden immer spürbarer, wie wir aktuell sehen können. Immer häufiger kommt es zu anhaltenden Hitzeperioden, Starkregen- oder Hochwasserereignissen, auch in Deutschland. Basierend auf den Ergebnissen des Weltklimarates (IPCC) wird deutlich, dass in einigen Regionen der Welt weniger Dürren, Hitzewellen, Starkregenereignisse und Überschwemmungen auftreten würden, wenn es gelänge, bis zum Ende dieses Jahrhunderts die globale Erwärmung auf 1,5°C statt 2°C zu begrenzen. Auch Deutschland wäre bei +2°C stärker betroffen als bei +1,5°C. Dies stellt viele Sektoren, darunter auch die Forstwirtschaft vor immer neue Herausforderungen. Es ist daher höchste Zeit, Klimaschutz und Anpassung an die Auswirkungen des Klimawandels voranzutreiben und jede weitere Erwärmung zu vermeiden, denn jedes halbe Grad zählt.

Roderich v. Detten

Lehrstuhl für Forstökonomie & Forstplanung, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

Dissertation zur Ideengeschichte forstlicher Waldbewirtschaftungskonzepte; Entwicklung und Leitung eines DFG-Projektes sowie einer Ausstellung zur Waldsterbensdebatte. Organisation interdisziplinärer Tagungen zum Verhältnis von (Nicht-)Wissen, ökonomischem Handeln und ökologischen Gegebenheiten in Geschichte und Gegenwart sowie zur "Ökologischen Modernisierung"; im Projekt "Waldzukünfte 2100" interdisziplinäre Forschungen zur Zukunft der Waldbewirtschaftung; aktuell in verschiedenen Projekten mit der tiefgreifenden Transformation der Forstbranche befasst.

Forschungen kreisen um Fragen der forstlichen Ideengeschichte, des strategischem Managements und der Nachhaltigkeit sowie um das Problem des Entscheidens und langfristigen Planens vor dem Hintergrund von Unsicherheit, Komplexität und Nicht-Wissen.

Keynote:

Ins Offene - Transformation von Wald und Forstwirtschaft als Herausforderung für die Forstwissenschaften
Unsere Wälder – und mit ihr die Forstwirtschaft – erfahren durch den Klimawandel eine Transformation, die über unsere üblichen Begriffe von einer Krise (an deren Überwindung man zu „wachsen“ hofft) oder einem Wandel („es ist immer Wandel“) hinausgeht. Die Transformation greift tief, ihr Ende und ihre Richtungen sind nicht absehbar - und sie wird von einem Wandel der gesellschaftlichen, politischen und ökonomischen Grundbedingungen für Forstwirtschaft begleitet, die auch die Grundfesten erschüttert: der etablierten forstlichen Wissensbestände und Leitvorstellungen, des generationenalten Erfahrungswissens, der bewährten Strategien und Traditionen und auch des Selbstverständnisses. Die zentralen Motive einer professionell organisierten Forstwirtschaft – Planbarkeit und Steuerung – geraten ins Wanken.
Für die Forstwissenschaften hat das in mehrerer Hinsicht Konsequenzen: für das Verhältnis zur forstlichen Praxis, für die Rolle in Gesellschaft und Politik, als auch für die Ausrichtung von Forschung und Lehre. Die interne Diskussion über die Zukunft der Forstwissenschaften geschieht bestenfalls in Diskussionen von Berufungskommissionen. Die Auswirkungen der Transformation sind jedoch grundlegend zu reflektieren: Welche Anforderungen an die forstwissenschaftliche Forschung, Ausbildung und Praxisberatung ergeben sich daraus, dass praktisches forstliches Handeln bei Schutz und Nutzung des Waldes zunehmend als auf Dauer gestellter Ausnahmezustand erlebt wird, der durch Störereignisse geprägt ist? Welche Expertise und welche Rollen von Expertinnen und Experten sind in Zeiten der Transformation im Rahmen von gesellschaftspolitischen Diskussionen um die Zukunft des Waldes gefragt? Wie wandeln sich die Erwartungen, die aus der Gesellschaft an Forstwissenschaften herangetragen werden – und wie kann man sich darauf einstellen? Welche Anforderungen stellt dies an die interne und nach außen gerichtete forstwissenschaftliche Kommunikation und Vernetzung? Muss schließlich das für die Forstwissenschaften noch immer dominierende Paradigma der Kopplung von Theorie & Praxis, das Denken im Rahmen von Modell, Ziel, Plan und Umsetzung im Lichte eines neuen Bewusstseins für Kontingenz, Unsicherheit ergänzt werden – und wenn ja: in welcher Hinsicht?
Die Transformation von Wald und Forstwirtschaft stellt Fragen an die forstwissenschaftliche Forschung, Lehre und Ausbildung. Über diese wollen wir thesengeleitet diskutieren und zur Auseinandersetzung anregen.

Michael Suda

Lehrstuhl für Wald- und Umweltpolitik, Technische Universität München

Dissertation zu Auswirkungen des Waldsterbens (1.0) in alpinen Räumen, Habilitation zum Thema Wald und Wasserversorgung.
Als Lehrstuhl für Wald- und Umweltpolitik konzentrieren wir uns in Forschung und Lehre auf die Analyse politischer Prozesse im Umfeld der Landnutzung. Damit bewegen wir uns im Aktionsfeld von Gesellschaften und ihrer natürlichen Umwelt, und besetzen die Nahtstelle zwischen Naturwissenschaften und Gesellschaftswissenschaften. Diese Kombination trägt zum Verständnis der übergeordneten Frage bei, wie der Umgang von Menschen mit ihrer natürlichen Umwelt politisch gestaltet wird.
Ausgangspunkt unserer Forschung sind Wahrnehmungsmuster und Entscheidungsverhalten von Menschen als Individuen, in Gruppen oder in Organisationen. Dabei liegt der Fokus auf politische und soziale Prozesse im Bereich der Landnutzung und ihrer Rückkopplungen in die Gesellschaft. Als wissenschaftliche Kernqualifikation pflegen wir unsere Methodenkompetenz in der empirischen Sozialforschung und damit verbunden die theoriegeleitete Anwendung und Entwicklung sozialempirischer Instrumente.
Mit dem Co-Referenten verbindet uns der kritische Blick auf die Forstwissenschaft und Forstwirtschaft.

Keynote:

Ins Offene - Transformation von Wald und Forstwirtschaft als Herausforderung für die Forstwissenschaften
Unsere Wälder – und mit ihr die Forstwirtschaft – erfahren durch den Klimawandel eine Transformation, die über unsere üblichen Begriffe von einer Krise (an deren Überwindung man zu „wachsen“ hofft) oder einem Wandel („es ist immer Wandel“) hinausgeht. Die Transformation greift tief, ihr Ende und ihre Richtungen sind nicht absehbar - und sie wird von einem Wandel der gesellschaftlichen, politischen und ökonomischen Grundbedingungen für Forstwirtschaft begleitet, die auch die Grundfesten erschüttert: der etablierten forstlichen Wissensbestände und Leitvorstellungen, des generationenalten Erfahrungswissens, der bewährten Strategien und Traditionen und auch des Selbstverständnisses. Die zentralen Motive einer professionell organisierten Forstwirtschaft – Planbarkeit und Steuerung – geraten ins Wanken.
Für die Forstwissenschaften hat das in mehrerer Hinsicht Konsequenzen: für das Verhältnis zur forstlichen Praxis, für die Rolle in Gesellschaft und Politik, als auch für die Ausrichtung von Forschung und Lehre. Die interne Diskussion über die Zukunft der Forstwissenschaften geschieht bestenfalls in Diskussionen von Berufungskommissionen. Die Auswirkungen der Transformation sind jedoch grundlegend zu reflektieren: Welche Anforderungen an die forstwissenschaftliche Forschung, Ausbildung und Praxisberatung ergeben sich daraus, dass praktisches forstliches Handeln bei Schutz und Nutzung des Waldes zunehmend als auf Dauer gestellter Ausnahmezustand erlebt wird, der durch Störereignisse geprägt ist? Welche Expertise und welche Rollen von Expertinnen und Experten sind in Zeiten der Transformation im Rahmen von gesellschaftspolitischen Diskussionen um die Zukunft des Waldes gefragt? Wie wandeln sich die Erwartungen, die aus der Gesellschaft an Forstwissenschaften herangetragen werden – und wie kann man sich darauf einstellen? Welche Anforderungen stellt dies an die interne und nach außen gerichtete forstwissenschaftliche Kommunikation und Vernetzung? Muss schließlich das für die Forstwissenschaften noch immer dominierende Paradigma der Kopplung von Theorie & Praxis, das Denken im Rahmen von Modell, Ziel, Plan und Umsetzung im Lichte eines neuen Bewusstseins für Kontingenz, Unsicherheit ergänzt werden – und wenn ja: in welcher Hinsicht?
Die Transformation von Wald und Forstwirtschaft stellt Fragen an die forstwissenschaftliche Forschung, Lehre und Ausbildung. Über diese wollen wir thesengeleitet diskutieren und zur Auseinandersetzung anregen.

Christian Ammer1 und Norbert Weber2

1Waldbau und Waldökologie der gemäßigten Zonen, Georg-August-Universität Göttingen
2Professur für Forstpolitik und Forstliche Ressourcenökonomie, Technische Universität Dresden

Podiumsdiskussion: Quo vadis Forstwissenschaft?

Seit der Diskussion um die Zukunft der Forstwissenschaften vor mehr als 10 Jahren (vg. AFJZ 179:133-172) haben sich weitreichende thematische Veränderungen und Umstrukturierungen in diesem Wissenschaftsbereich ergeben. Bei den Forschungsthemen ist z.B. eine starke Hinwendung zu Fragen der Biodiversität, des Klimaschutzes und der Bioökonomie erkennbar. Die Bearbeitung komplexer Themenstellungen findet mehr und mehr im Rahmen von Standort übergreifenden Forschungsverbünden statt. Fachliche Diskussionen werden zunehmend durch gesellschaftliche Diskurse überlagert, wie der Frage nach der Deutungshoheit über den Wald (Forst vs. Naturschutz, citizen science etc.). Der Wissenstransfer in die Praxis ist von besonderem Interesse, da der Relevanz von Forschung und deren unmittelbarer Anwendbarkeit angesichts der vielfältigen Schädigungen des Waldes eine zentrale Rolle zukommt. Angesichts ernüchternder Erfahrungen der Vergangenheit (Science-Policy Gap) sind hier neue Ansätze gefordert (vgl. Krott und Böcher 2016 „Science makes the World go round“). Beim Publikationswesen gilt es sich insbesondere mit Fragen der Wissenschaftssprache(n) und den Möglichkeiten und Grenzen von Open Access auseinanderzusetzen. Die Veränderungen im Bereich der Finanzierung (zunehmende Dominanz der Drittmittelprojekte) und des Personals (forstlich ausgebildet oder mit anderem disziplinärem Hintergrund; befristet oder auf Dauerstellen) haben ebenfalls weitreichende Folgen.

Viele der o.g. Phänomene betreffen nicht nur die Universitäten, sondern auch die forstlichen Forschungsanstalten, die zudem im Sinne von organisatorischen Reformen neu aufgestellt und teilweise regional zusammengelegt wurden. Deshalb lassen wir in dieser Podiumsdiskussion Fachleute aus den Universitäten und Forschungsanstalten auf Bundes- und Landesebene zu Wort kommen und von ihren Erfahrungen berichten. Es wird nach Antworten gesucht, wie die aufgezeigten Veränderungen bewertet und die daraus resultierenden Herausforderungen bewältigt werden können.

Markus Fischer

Institute of Plant Science, Universität Bern

Keynote:

Ecological and science-policy aspects of forest management and biodiversity
From an ecological point of view, it is very interesting to examine how forest management affects biodiversity, ecosystem functioning and the ecosystem services, which forests are supplying. At the same time this question is embedded in wider contexts, such as global change, sustainability, social-ecological systems, science-policy and decision-making contexts. In my presentation I discuss some relevant ecological and broader concepts and examples, and I discuss normative questions concerning forest management.